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Besuch in der Senioren-WG in Krummwälden

Ein neues Wohnkonzeptangebot in Eislingen

02.5.2017 - Hans-Ulrich Weidmann

 

Wir waren mit Elke Kaiser-Reher an einem sonnigen Samstag vormittag verabredet. Sie kletterte vom Baugerüst des zweiten Bauabschnitts herunter und begrüßte uns mit den Worten: Ich musste mal nach meinen Männer schauen. Sie meinte damit die Handwerker, die das zweite Gebäude für weitere acht Bewohnerinnen und Bewohner fertigstellen.

Dieses zweite Gebäude ist auch der Grund, warum wir den bereits fertig gestellten Bauabschnitt über einen provisorischen Eingang betreten. Erst wenn beide fertig sind, Frau Kaiser-Reher hofft, hier bis nach dem Sommerferien den Bau beendet zu haben, wird der gemeinsame Eingangsbereich zwischen den Gebäuden benutzbar sein.

Im Haus selber ist von dem Provisorium nichts zu spüren. Ein heller Eingangsbereich führt uns zum offenen Küchen- und Essensbereich und zu den kleinen Wohnungen der Mieter. In der Küche trafen wir zwei ältere Damen, denen man ihre altersbedingten Beeinträchtigungen anmerken konnte. Dennoch war die eine mit Eifer dabei, Kartoffeln für den Kartoffelsalat zu schälen, während die andere hingebungsvoll die Geschirrhandtücher bügelte.

Bei der Institution in Krummwälden handelt es sich nicht um ein Pflegeheim, sondern eine Senioren-WG. Die betagten Mieter mieten sich in ihren Wohnbereich mit eigenem Sanitärraum ein. Eigene Möbel sind erwünscht, nur das Pflegebett wird von der Krankenkasse gestellt. Für die pflegerische Versorgung ist ein Pflegedienst ganztags im Haus aktiv. Gekocht und gegessen wird gemeinsam.Um das leibliche Wohl kümmert sich eine Hauswirtschafterin. An unserem Besuchstag stand eine Pilzsuppe und dann Weisswürste mit dem Kartoffelsalat auf dem Speiseplan.

Frau Kaiser-Reher, als Mitglied des Koordinierungskreis Seniorenmutter KG*), betonte, dass es ihr darum geht, die Senioren zu beschäftigen. So stehen Spaziergänge zu der Tierwiese mit Schafen und Eseln im Norden von Krummwälden fest auf dem Tagesprogramm.

Da die Baumaßnahmen nicht von einem Bauträger, sondern in überschaubarer Eigenregie erfolgen, hat sich die Bauphase über gut vier Jahre hingezogen. Es ist ihr bewusst, dass sie hier die Nerven der Nachbarn schon erheblich strapaziert hat. Wenn aber das Gesamtkonzept fertig gestellt ist, werden 16 betagte Mitbürgerinnen und Mitbürger in zwei Wohngemeinschaften (Katzenfreunde und Naturfreundehaus) hier einen behüteten Platz finden, davon konnten wir uns selbst ein gutes Bild machen.

*) Die Seniorenmutter KG ist die Verwaltungsfirma. Die Personen aus dem Koordinierungskreis haben alle ehrenamtliche Positionen. Derzeit gehören dem Koordinierungskreis an:
Herr Architekt Engelhardt,
Herr Steuerberater und Notar Schmid,
Pastor Patrick Wössner,
Frau Kaiser-Reher (vor Ort wohnend),
Hausärztin Dr. Preuninger.

 

 

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