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Posaunenchor Eislingen besucht Partnerstadt Oyonnax

23.10.2017 - PM Jens Kocher

 

Posaunenchor Eislingen besucht Partnerstadt Oyonnax

Das verlängerte Wochenende zum 3. Oktober nutzte der Posaunenchor Eislingen, um die Eislinger Partnerstadt Oyonnax zu besuchen und mit dem Orchester Harmonie des Musikkonservatoriums am Sonntag ein gemeinsames Konzert vor 400 Zuhörern zu geben. Den Montag verbrachte der Posaunenchor Eislingen mit einer Busrundfahrt in die Umgebung von Oyonnax, um Land und Leute kennenzulernen. Die Busreise, die am Samstagmorgen begann, endete mit der Rückkehr am Dienstagabend.

Anlässlich eines gemeinsamen Konzerts des Posaunenchors Eislingen mit einer Organistin aus Oyonnax und einzelnen Bläsern aus der „Harmonie“, dem Orchester des Musikkonservatoriums in Oyonnax, in der Christuskirche in Eislingen, entstand die Idee zu einem Gegenbesuch in Oyonnax. Frühzeitig wurde hier das verlängerte erste Oktoberwochenende ins Auge gefasst, um der Eislinger Partnergemeinde im französischen Jura einen Besuch abzustatten.

Für den Posaunenchor des Evangelischen Jugendwerks in Eislingen nahm Ralph Würz die Planungen für die Reise und Unterbringung in Oyonnax auf und arrangierte das Programm. Und zwar in Abstimmung mit dem Dirigenten Stefan Renfftlen, der sich wiederum mit der Harmonie im Hinblick auf die Durchführung des gemeinsamen Konzerts und darin zweier gemeinsamer Musikstücke absprach. Nach erfolgter Hauptprobe am Freitagabend, dem 29. September, im Luthergemeindehaus, erfolgte dann am nächsten Morgen, Samstag, den 30. September, um 07:00 Uhr die Abfahrt am Luthergemeindehaus. Holger Gold vom Reiseunternehmen in Bartholomä ließ es sich nicht nehmen, die 21 Bläser des Posaunenchors und die mitreisenden Familienangehörigen selbst nach Frankreich zu chauffieren. Die zwei musikalischen Leiter des Eislinger Posaunenchors bevorzugten es, privat bei französischen Gastgebern abzusteigen. Die restlichen Mitglieder der Bläserfamilie quartierten sich in einem Hotel ein. Denn keiner aus dem Chor sprach hinreichend Französisch, um eine private Unterbringung auch zum sinnvollen Kennenlernen auszugestalten. Die Sprachschwierigkeiten wurden wettgemacht von dem Freundschaftskomitee aus Oyonnax, viele Mitglieder des Freundschaftskomitees sprachen sehr gut Deutsch, sodass eine Verständigung jederzeit möglich war. Freilich wurde die Verständigung in erster Linie sichergestellt durch Frau Helga Merk, die den Eislinger Partnerschaftsverein vertrat und vor Ort bei offiziellen Anlässen übersetzte.

Am Samstag kurz nach 16:00 Uhr erreichte der Bus mit der Eislinger Delegation den Place d’Eislingen in Oyonnax, wo die Reisegesellschaft bereits erwartet wurde und sogleich zu einem Empfang ins Kulturhaus Centre Culturel Aragon in Oyonnax geleitet wurde. Herzlich war der Empfang durch das französische Freundschaftskomitee. Helga Merk übersetzte die Begrüßungsrede durch die Vorsitzende des Freundschaftskomitees, der Posaunenchor spielte ein kleines Ständchen und anschließend gab es einen Imbiss mit Getränk und die Gelegenheit zum lockeren Plausch. Beim ersten Anblasen des Posaunenchors wirkte bereits ein Mitglied der Harmonie aus Oyonnax mit, nämlich der Sohn der Gastfamilie von Rainer Hasert, der ein Bariton-Horn spielte.

Am Rande des Empfangs wurden die Mitglieder des Posaunenchors vertraut gemacht mit dem Kulturzentrum Aragon, in dem am darauffolgenden Sonntag das gemeinsame Konzert stattfinden sollte. Im Konzerthaus befand sich eine große Bühne mit großem Zuschauerraum, der die Bläser allein schon durch seine schlichten Ausmaße und die steile Tribüne beeindruckte. Das Kulturzentrum ist die Heimat des Musikkonservatoriums in Oyonnax, entsprechend der Eislinger Musikschule, das für das Orchester Harmonie die jungen Mitglieder ausbildet. Das rund 40-köpfige Orchester der Harmonie besteht aus Holz- und Blechbläsern sowie Schlagwerk. Während sich die beiden musikalischen Leiter des Eislinger Chores als auch Helga Merk in die private Unterbringung verabschiedeten, bezog das Gros des Posaunenchors das Hotelquartier und ließ im Restaurant des Hotels den Abend beim gemeinsamen Menü ausklingen.

Am Sonntagmorgen, den 1. Oktober, fand sodann die Probe in dem bis dahin nur besichtigten Konzertsaal im Centre Culturel Aragon statt. Es bestand nun erstmals die Möglichkeit, die getrennt einstudierten Musikstücke mit den Chören gemeinsam zu proben. Im Anschluss gab es mit jungen Mitgliedern der Harmonie und dem Freundschaftskomitee im Kulturzentrum Aragon ein gemeinsames Mittagsbüffet, zu dem der Posaunenchor eingeladen wurde. Nach dem reichhaltigen Essen bot sich für die Mitglieder der Eislinger Reisegruppe ein Spaziergang bei sonnigem Wetter in die Innenstadt von Oyonnax an. Auch bestand die Möglichkeit, auf den Rummelplatz zu gehen, direkt am Konzerthaus war der Vergnügungspark der Fête foraine aufgebaut. Und schließlich als Drittes konnte im Aragon das örtliche Kamm-Museum besichtigt werden. Die Eislinger Partnerstadt Oyonnax war und ist ein Zentrum der Herstellung von Kämmen, die örtlichen Industriebetriebe haben heute ihren Schwerpunkt im Bereich des Kunststoffspritzgusses. Oyonnax selbst bezeichnet sich als Herz der Plastics Vallée.

Nach kurzer Anspielprobe begann sodann um 17:00 Uhr das gemeinsame Konzert des Posaunenchors Eislingen mit der Oyonnaxer Harmonie, das die Harmonie mit mehreren Filmmusiktiteln eröffnete. Der Vortrag des Posaunenchors nahm in einem Querschnitt das Programm des Herbstkonzerts vorweg und bot den bekannten Querschnitt aus weltlicher und geistlicher, zeitgenössischer und alter Musik. Die letzten beiden Stücke des Konzerts erfolgten gemeinsam, es handelte sich um die Stücke „Nightingale“ und „Arabian Dances“. „Arabian Dances“ spielten die beiden Chöre nochmals als Zugabe für das begeisterte Publikum.

Das Konzert von dem Posaunenchor Eislingen und der Oyonnaxer Harmonie eröffnete eine Konzertwoche mit mehreren Veranstaltungen im Kulturzentrum. Für das Konzert wurden in Oyonnax Plakate aufgehängt, die für das „Ensemble de Cuivres d‘Eislingen“ warben und so gut 400 Besucher zum Konzert anlockten. Durch Ansprache begrüßte die Vorsitzendes des Freundschaftskomitees den Eislinger Chor, dessen Leiter Stefan Renfftlen bedankte sich für das herzliche Willkommen und die herzliche Aufnahme, für die Übersetzung der Ansprachen sorgte in souveräner Manier Frau Helga Merk.

Im Anschluss an das Konzert erfolgte eine Einladung durch die gastgebende Stadt Oyonnax zum Abendessen. Im Restaurant am Kirchplatz war eingedeckt für den Bürgermeister und die Stadtverwaltung, das Freundschaftskomitee und die Eislinger Bläserfamilie. Bei traditionellem französischen Menü klang der Abend aus. Zum zweiten Mal an diesem Tag war der Posaunenchor von den französischen Gastgebern eingeladen und aufs Vortrefflichste bewirtet worden. Dabei machte die Eislinger Delegation die Entdeckung, dass der Bürgermeister von Oyonnax weder Fleisch noch Alkohol konsumierte, und gleichwohl als Oberster die (Fest-) Gemeinde anleiten konnte. Als besonderer Gast – weil Vegetarier – saß am Bürgermeistertisch der jüngste der mitreisenden Bläser.

Am Montag, den 2. Oktober ging die Eislinger Delegation auf Entdeckungsfahrt im Umland von Oyonnax. Der kulturelle Höhepunkt war die Besichtigung der Klosteranlage in Brou, wo sich das savoyische Herzogspaar Philibert und Margarete Anfang des 16. Jahrhunderts eine Art Mausoleum errichtete. In der deutschsprachigen Führungen wurden die damaligen paneuropäischen, den Alpenraum nach Nationen übergreifenden familiären Verbindungen aufgezeigt und so der Blick dafür geöffnet, dass zu Beginn der Neuzeit die heutigen europäischen Nationalstaaten durch dynastische Familienzusammenschlüsse ebenfalls eng miteinander verbunden wurden.

Nach diesem kulturellen Highlight folgte der landschaftliche Höhepunkt, nämlich der See von Nantua. In einem Restaurant unmittelbar am Ufer tafelte die Eislinger Reisegruppe mit Blick auf den See und genoss die regionalen kulinarischen Spezialitäten des Jura. Vom Wasser ging es dann in die Berge, genauer gesagt in die Weinberge des Bugey, wobei die kurvige Straße weite Aussichten und tiefe Einblicke in Schluchten bot. Bei einem kleinen Winzerbetrieb schließlich angekommen erfolgte eine Weinverköstigung mit der Gelegenheit zum anschließenden Kauf der regionalen Erzeugnisse in rot und weiß.

Der Abend klang sodann beim gemeinsamen Essen im Hotel in Oyonnax aus. Die französischen Gastgeber vom Freundschaftskomitee ließen es sich nicht nehmen, die Eislinger Reisegruppe an diesem Abend aufzusuchen und zu unterhalten.

Am Dienstagmorgen, den 3. Oktober erfolgte sodann die Rückfahrt. Der Himmel weinte, um es in den Worten eines Mitglieds des Oyonnaxer Freundschaftskomitees zu sagen, da die Eislinger zurückfuhren. Die Gastgeber vom Oyonnaxer Freundschaftskomitee waren nochmals erschienen, um dem Eislinger Posaunenchor für den Besuch zu danken und die besten Wünsche für Rückfahrt und ein Wiedersehen auszusprechen. Auf der Rückfahrt wurde unterwegs mit Sekt auf einen Geburtstag angestoßen, ehe die Eislinger Reisegesellschaft dann abends wieder am Luthergemeindehaus ankam.

Der Eislinger Posaunenchor hat die Reise genutzt, nicht nur um gemeinsam zu musizieren, sondern insbesondere um die Partnergemeinde kennenzulernen. Beeindruckend war der herzliche Empfang und die große Mühe, die sich die französischen Gastgeber vom Freundschaftskomitee machten, um den Eislingern einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten und auch, um mit ihnen in Gespräch und Gedankenaustausch zu kommen. Trotz der Sprachbarrieren hatten die Mitglieder der Bläserfamilie nie das Gefühl, fremd in Frankreich zu sein. Dafür sorgten auch die gelungene Organisation der Reise, die sich in einem reibungslosen Ablauf manifestierte. Der herzliche Empfang durch die französischen Gastgeber wird den Posaunenchor herausfordern, bei einem Gegenbesuch für eine derart herzliche Aufnahme zu sorgen.


 

 

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