zurück zur TITELSEITE   

Ihre Meinung? ...hier gehts zur Leser-Innen-Briefseite

www.eislingen-online.de

 

Eislinger Posaunenchor spielt im Berliner Dom

Bläserreise über Pfingsten in die Hauptstadt und nach

03.6.2015 - Jens Kocher

 

„Üben, üben, üben, weil wir fahren nach Berlin“, dies war die Vorgabe von Stefan Renfftlen, dem Dirigent des Posaunenchors Eislingen an die Bläser, die in den Wochen vor Pfingsten in den Proben umgesetzt wurde. Am Pfingstsonntag spielte der Posaunenchor in Kladow, einem dörflichen „Vorort“ am Rande von Berlin. Am Pfingstmontag gestaltete der Posaunenchor den Abendgottesdienst im Berliner Dom musikalisch mit, der unbestrittene Höhepunkt der Bläserreise. Zu Ende der Pfingstwoche ging es dann, nach dem mehrtägigen Aufenthalt mit Besichtigungsprogramm in der Bundeshauptstadt, weiter nach Erfurt, wo in Martin Luthers „Hauskloster“ Quartier bezogen wurde. Auch hier prägte der Posaunenchor am Freitag musikalisch die Abendvesper.

Schon vor zwei Jahren entstand der Gedanke einer Bläserreise nach Berlin, gab es doch über den mittlerweile ältesten Bläser im Posaunenchor Eislingen eine familiäre Anbindung an den in Berlin-Kladow lebenden Pfarrer im Ruhestand Fritz-Gert Mayer. Auch dieser hat eine besondere Verbindung nach Eislingen, er wirkte dort als Vikar in den 70er Jahren in der Lutherkirchengemeinde. Schon einmal ging der Posaunenchor des Jugendwerks Eislingen auf große Fahrt, um den ehemaligen Vikar zu besuchen, 1987 führte die Reise nach Helsinki in Finnland, wo Fritz-Gert Mayer damals als Auslandspfarrer wirkte.

So war denn auch der erste Auftritt in Kladow, der „Heimatgemeinde“ des Ruheständlers Fritz-Gert Mayer. In Abstimmung mit ihm stellte der Dirigent des Posaunenchors Stefan Renfftlen das musikalische Programm für den Pfingstgottesdienst in der Dorfkirche zu Kladow zusammen. Die Gottesdienstbesucher freuten sich sehr über den musikalischen Gottesdienst, denn ein Posaunenchor ist in Berlin etwas ganz Besonderes: Es gibt dort nämlich keine kirchliche Blechblasmusik. Die Gemeinde bedankte sich beim Chor für die lautstarke Darbietung mit langanhaltendem Beifall.

Mit dem „Eislinger Geschenkkorb“ gelang es dem Posaunenchor auch, Fritz-Ger Mayer zu überraschen, der sich insbesondere durch die typischen Eislinger Präsente und gerade das Sauerwasser lebhaft in die Eislinger Zeit zurückversetzt fühlte. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es Gelegenheit zum Plausch am Ufer des Wannsees, den insbesondere die Älteren aus der Bläserfamilie zum intensiven Kontakt mit ihrem ehemaligen Vikar nutzten.

Nach Berlin fuhr nicht der gesamte Chor, aber eine Gruppe von 17 Bläsern, die um drei Gastbläser verstärkt wurden, die entweder verwandtschaftliche Beziehungen nach Eislingen haben oder in Eislingen selbst wohnten. Mit dabei waren auch Gäste, die zum erweiterten Kreis der Bläserfamilie gehörten. In längerer Probenarbeit hatte der Posaunenchor ein eigenes Berlinprogramm eingeübt, dem Stefan Renfftlen den letzten Schliff verpasst hatte, um im Berliner Dom bestehen zu können. Denn um dort auftreten zu dürfen, war es zuvor notwendig Tonmitschnitte an das Kantorat der Berliner Oberpfarr- und Domkirche zu schicken, um zum Gottesdienst „zugelassen“ zu werden.

Der Posaunenchor spielte in dem Abendgottesdienst am Pfingstmontag von der Orgelempore herab. Zuvor erläuterte auf dieser Orgelempore Domkantor Tobias Brommann den Bläsern auch die Baugeschichte des Doms und insbesondere der Sauer-Orgel, dem herausragendsten Ausstattungsstück des Berliner Doms. Während des Gottesdienstes lobte Tobias Brommann bereits den Chor. Und mit dem unterschiedlichen Musikprogramm imponierte Stefan Renfftlen samt Chor so dem Domkantor, dass der spontan zusagte, der Eislinger Posaunenchor sei jederzeit wieder willkommen. Den Bläsern jedenfalls bleibt der Auftritt im Berliner Dom nicht zuletzt auch wegen der besonderen Akustik in bleibender Erinnerung. Und der mitreisenden Bläserfamilie ebenso, verfolgte sie doch den Gottesdienst von der Kaiserempore aus.

Um die Auftritte in Berlin und Kladow herum hatte die Reisegruppe ausreichend Zeit, sich Berlin anzuschauen. Untergebracht war der Chor im Hotelhochhaus am Alexanderplatz, dem Zentrum des früheren Ostberlins mit seinem allesüberragenden Fernsehturm in greifbarer Nähe. Derart Mitten in der Stadt war es ein Einfaches sich das Berliner Flair entlang der Spree, der Museumsinsel mit seinem Dom, dem Nikolai Viertel und „Unter den Linden“ zu Gemüte zu führen. Karl-Heinz Thormann, assistiert von seiner Ehefrau Claudia, hatte ein buntes Programm zusammengestellt und führte sachkundig durch Berlin. Der denkwürdigste Teil dieses Programms war der Besuch im ehemaligen Stasi-Knast in Hohenschönhausen, wo die Bläserfamilie von Zeitzeugen durch die Räume geführt wurde und die Beklommenheit der SED-Diktatur geradezu greifbar war.

Über die Zwischenstation Naumburg – Besichtigungsmöglichkeit von Dom und Stadt – fuhren die Reisenden des Posaunenchors sodann nach Erfurt, wo sie im Augustiner-Eremiten-Kloster mitten in der Stadt Quartier bezogen. Es war dies das Kloster, in das Martin Luther eintrat, und von wo aus er sich gegen die Verkrustungen der Amtskirche auflehnte, was später zur Reformation führte und in die Gründungen der protestantischen Landeskirchen überleitete. Im Kloster selbst erfolgte eine eindrückliche Führung durch Bibliothekar und Archivar Dr. Michael Ludscheidt, gerade auch zu den Bücher Schätzen der Bibliothek: Gesangbuch-Handschriften und frühe Bibeldrucke.

Selbstverständlich konnte die Bläserfamilie auch auf Martin Luthers Spuren wandeln, sowohl im Kloster als auch im angrenzenden Altstadtkern der Thüringer Landeshauptstadt. Hier bestand zudem die Möglichkeit, sich mit Johann Sebastian Bach und dessen Wirkungsstätten in Erfurt vertraut zu machen. Den Abschluss fand die Stadtführung in der Predigerkirche, begleitet von einem kurzen aber furiosen Konzert auf der Schuke-Orgel.

Den Abschluss der Bläserreise in musikalischer Hinsicht bildete die Mitgestaltung der Abendvesper in der Augustiner-Kirche, wo eigens noch eine Zugabe seitens des Posaunenchors gespielt wurde. Im geselligen Beisammensein beim abschließenden Essen in einem historischen Keller fand die Pfingstbläserreise sodann ihr Ende. Gedankt wurde Stefan Renfftlen für die musikalische Leitung und Karl-Heinz Thormann für die perfekte organisatorische Ausgestaltung der Reise im Hinblick auf Unterbringung, Programmpunkte und die Abläufe allgemein. Für alle Teilnehmer wird diese Pfingstfahrt ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Und zwar für den Jüngsten auf der Reise, mit 20 Jahren am Tiefbass, genauso wie für den Ältesten, mit 78-Jahren an der Trompete. Gemeinschaft erleben und gestalten ist nicht zuletzt eines der Ziele des Posaunenchors, neben der Herausbildung der musikalischen Qualität. (J.K.)

 

 

Aufrufe dieser Seite seit 03.06.2015: 2175

zur Druckansicht

Eislingen

Eislinger Posaunenchor im Berliner Dom


Eislingen

Fritz-Gert Mayer mit Eislinger Korb

Eislingen

Führung in Bibliothek

Hier zum Aufruf aller Artikel der Rubrk(en):



Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

„Jedes Ich ist ein Wir“ – Poetische Stimmen aus und für Europa

Zweisprachige Lyriklesung von VHS und Stadtbücherei in der Stadthalle

18.4.2018 - PSE (Pressestelle der Stadt Eislingen)

Über Europa sprechen wir meist in politischen Zusammenhängen.
Doch es ist natürlich viel mehr als das – zum Beispiel auch ein künstlerischer Kosmos. Und die Literatur, die die Dinge zur Sprache bringt, ist hierin eine der großen Vermittlerinstanzen. In einer Zeit, in der intensiv über Europa diskutiert wird, treffen sich am Donnerstag, 19. April 2018 um 19:30 Uhr in der Stadthalle zu ei...

..lesen Sie hier weiter


Stadtkapelle Eislingen in Oyonnax bei Fête de la bière

Großes Fest am vergangenen Wochenende in unserer Partnergemeinde

29.3.2018 - Fotos: Bernard Pichon

Vielen Dank an den Fotografen Bernard Pichon, der uns mit dieser Fotoserie aus unserer französischen Partnerstadt im Jura versorgte.
Am Samstag, den 25.März fand dort das traditionelle Fête de la bière statt. Mit dabei war eine Delegation aus Eislingen und der Musikverein - Stadtkapelle Eislingen in voller Besetzung. Wie den Bilder zu entnehmen ist, sorgten die Eislinger Musikerinnen und Mu...

..lesen Sie hier weiter


Schoenholtz & Szembek - Der Eislinger Kunstverein zeigt Skulpturen & Zeichnungen

Vernissage Freitag, 9. Februar 2018 um 20 Uhr in der Galerie in der Alten Post

08.2.2018 - Kunstverein Eislingen

Das neue Ausstellungsjahr eröffnet der Kunstverein Eislingen mit einer seiner spannungsreichen Doppelausstellungen: Michael Schoenholtz zeigt Skulpturen, Sam Szembek Zeichnungen.

Michael Schoenholtz
betätigt sich überwiegend als Steinbildhauer, der seine Arbeiten in reduzierter Formensprache nach großformatigen Kohlevorzeichnungen ausführt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Skulptur...

..lesen Sie hier weiter


Stadtkapelle und Posaunenchor musizieren gemeinsam am Heiligen Abend

O du Fröhliche gemeinsam mit den Besuchern angestimmt

25.12.2017 - Hans-Ulrich Weidmann

Zum ersten Mal trafen die Eislinger Stadtkapelle und der Posauenchor des evangelischen Jugendwerks bei ihrem musikalischen Rundgang durch Eislingen pünktlich um 14 Uhr gemeinsam am neuen Rathaus ein, um dort vor einer großen Zuhörerschar weihnachtliche Lieder anzustimmen.

Ein schöner Event, der das Warten aufs Christkind verkürzt, und jetzt die kommenden Jahre auf jeden Fall wiederholt w...

..lesen Sie hier weiter


Posaunenchor: Kurrende-Blasen am Heiligabend in Eislingen

Um 14 Uhr gemeinsam mit der Stadtkapelle am Rathaus

23.12.2017 - PM

Der Posaunenchor des evangelischen Jugendwerks Eislingen spielt auch dieses Jahr am 24. Dezember an verschiedenen Plätzen nachmittags in Eislingen. Dieses Kurrende-Blasen ist mittlerweile jahrzehntelange Tradition, die dieses Jahr freilich eine echte Neuigkeit aufweist:
Um kurz vor 14 Uhr musizieren die Stadtkapelle und der Posaunenchor gemeinsam am Platz vor dem Rathaus, drei Weihnachtsmusiks...

..lesen Sie hier weiter


Eine adventliche Weltreise von Salto Vocale

04.12.2017 - Herbert Fitterling

Einige haben es sich vielleicht so gewünscht: Wenige Stunden vor Beginn des diesjährigen Adventskonzertes von Salto Vocale in der Eislinger Lutherkirche begann es zu schneien. Draußen Straßen und Landschaft verzuckert, drinnen gespannte Erwartung der zahlreichen Gäste, was sich die Sängerinnen und Sänger diesmal zum „etwas anderen“ Adventskonzert überlegt haben.

Das Konzert war im ...

..lesen Sie hier weiter


Am 1. Advent: Salto Vocale lädt zum „etwas anderen“ Adventskonzert

Sonntag, 3.Dezember 2017 - 18 Uhr - Lutherkirche Eislingen

27.11.2017 - Herbert Fitterling

Es ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden und viele Besucher kommen gern und regelmäßig zum „etwas anderen“ Konzert von Salto Vocale am 1. Advent in der Eislinger Lutherkirche. Auch in diesem Jahr bildet es quasi am Sonntagabend den Schlusspunkt, wenn der Weihnachtsmarkt am Kronenplatz schließt.

Chorleiter Christof Eßwein und die Sängerinnen und Sänger haben sich intensi...

..lesen Sie hier weiter


Alle zwei Jahre: Mitgliederausstellung beim Kunstverein Eislingen

Volles Haus bei der Vernissage in der Alten Post

11.11.2017 - Hans-Ulrich Weidmann

Im zweijährigen Rhythmus besteht für die Mitgliedschaft des Kunstvereins Eislingen ihre eigenen Werke einem größerem Publikum zu präsentieren. 33 Künstlerinnen und Künstler haben dieses Jahr diese Gelegenheit genutzt. Entsprechend groß war der Andrang bei der Vernissage am Freitagabend. Der Vorsitzende Paul Kottmann freute sich über das hohe Niveau der ausgestellten Werke.

Hier unsere...

..lesen Sie hier weiter


33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Mitgliederausstellung des Kunstvereins

Vielfalt von Arbeiten, Techniken, Sehweisen

05.11.2017 - PM Kunstverein

Zum aktiven Leben des Kunstvereins tragen seit jeher auch diejenigen Mitglieder bei, die selbst künstlerisch aktiv sind. Sie sind freischaffende Künstler oder Kunsterzieher, sie sind Kunststudenten oder Kunstliebhaber, die sich im Selbststudium, in Volkshochschulkursen oder an verschiedenen Kunstschulen weitergebildet haben.
Auch dieses Jahr sind wieder zahlreiche Bewerbungen zur alle zwei Ja...

..lesen Sie hier weiter


„I let a song go out of my heart” - Jazz vom Feinsten

Am Freitag, 3.11.2017 ab 21 Uhr im Marstall

26.10.2017 - PSE (Pressestelle der Stadt Eislingen)

Jazz vom Feinsten präsentieren Susanne Schempp - Gesang, Martin Schrack - Piano, Axel Kühn - Bass, Eckhart Stromer - Schlagzeug, am Freitag, 3. November ab 21.00 Uhr im stimmungsvollen Ambiente des Eislinger Marstall. Der Abend ist eine Reminiszenz an einen der einflussreichsten amerikanischen Jazzmusiker, den Komponisten, Pianisten und Bandleader Duke Ellington. Seine Songs sind in der Big Ba...

..lesen Sie hier weiter



Werbeanzeige bei eislingen-online

Werbeanzeige bei eislingen-online

Werbeanzeige bei eislingen-online

Werbeanzeige bei eislingen-online

Werbeanzeige bei eislingen-online

Wir danken den Werbepartnern für die Unterstützung

[http://www.eislingen-online.de/_artikelanzeige.php?bearbeiten=_2015/2015_236 Eislinger Posaunenchor spielt im Berliner Dom - eislingen-online 03.6.2015 ]
_2015/2015_236.sauf---_2015/2015_236.auf