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Fast) alle sind gekommmen! Verabschiedung von Michael von Hagen in den Ruhestand

Der 'Schulbaumeister' verläßt das Erich Kästner Gymnasium

28.7.2016 - Stefan Weber ekg

 

Alle sind gekommen: Die eigene Familie, die amtierenden und ehemaligen Rektoren der Eislinger Schulen sowie der umliegenden Gymnasien, der Oberbürgermeister Klaus Heininger mit Gemeinderatsmitglieder Eislingens, das gesamte jetzige und Teile des ehemaligen Kollegiums des Erich Kästner Gymnasiums mit Elternvertretern, Schülersprechern und Sekretärinnen. Über hundert Leute fanden sich am gestrigen Montag, dem 25.7., in der Mensa des Schulzentrums Nord ein.

Also musste Wichtiges passiert sein: Schulleiter Michael von Hagen nahm nach 16 Jahren am Erich Kästner Gymnasium, 14 Jahre davon als Rektor, seinen Hut und verabschiedete sich in den wohlverdienten Ruhestand. Allen Anwesenden war es ein großes Bedürfnis, Oberstudiendirektor Michael von Hagen ihre aufrichtige Wertschätzung auszusprechen.

Es zog sich wie ein roter Faden durch alle Reden, dass es vor allen Dingen die Menschlichkeit und die Teamarbeit gewesen seien, die das Schaffen Michael von Hagens ausgemacht haben. Oberbürgermeister Klaus Heininger lobte die „vorbildliche Weiterentwicklung“ des Eislinger Gymnasiums mit Verweisen u.a. auf die Einführung des Musikprofils, der offenen Ganztagesschule oder der Schulsozialarbeit sowie das „Image des Schulbaumeisters“: „Es verging kaum ein Jahr ohne Bauarbeiten am EKG. Zeugnis davon legen der Mensabau, die Erweiterung des Lehrerzimmers oder weiterer Klassenräume ab“, so der Schultes. Und am Ende lüftete Klaus Heininger noch ein Geheimnis: Michael von Hagen werde sich nicht völlig aus der „Schulwelt“ verabschieden, denn er betreue zukünftig das Abendgymnasium in Göppingen. Außerdem versäumte er es nicht, auch dem anwesenden stellvertretenden Schulleiter Herrn Dr. Gilg und Herrn Läßle, die ebenfalls am Ende dieses Schuljahrs in den Ruhestand verabschiedet werden, seinen Dank für ihre geleistete Arbeit auszudrücken.


Als Sprecher der Eislinger Schulen trat Günter Doll ans Rednerpult. Er lobte die perfekt funktionierende Kooperation zwischen allen Schulen und die kurzen Dienstwege, insbesondere zwischen der Schillerschule und dem EKG. „Häufig reichte ein kurzer Anruf aus, um ein Problem zu lösen“, wobei Günter Doll als Beispiel den Französischunterricht anführte, für den Michael von Hagen zwei Kolleginnen des Gymnasiums für acht Stunden an der Schillerschule bereitstellte. Aber auch das Wetteifern über Themen wie der Inklusion, der Gemeinschaftsschule oder das achtjährige Gymnasium empfand Günter Doll immer als bereichernd und respektvoll. Man befände sich durch die gute Zusammenarbeit aller Schulen in Eislingen auch mit der Gemeinde „auf einer Insel des Wohlbefindens“.


Der Elternvertreter Herr Thomas Lay bedankte sich für die „sehr angenehme Zeit, die durch eine konstruktive Gesprächsatmosphäre, Verlässlichkeit und Transparenz geprägt gewesen sei.“


Die Schülersprecherin Katrin Weiß hob besonders das Vertrauen, das Michael von Hagen der SMV stets entgegengebracht hatte, hervor. „Herr von Hagen ließ uns immer freie Hand, unterstützte in beratender Tätigkeit alle unsere Aktivitäten, egal ob 5er Freizeit oder Unterstufendisco, Valentinsherzenaktion oder Abiturverpflegung.“ Dadurch habe er sich eine sehr große Wertschätzung und Akzeptanz bei der Schülerschaft erworben, die sich sogar bei Koopschüler aus den Göppinger Schulen bemerkbar gemacht habe, da sie begeistert gewesen seien von der Atmosphäre und dem respektvollen Umgang zwischen der Schulleitung und den Schülerinnen und Schülern.


Marlies Rommel als ehemalige Personalratschefin gab dann zunächst einen kurzen Überblick über die Laufbahn Michael von Hagens, die vor allem durch hohes Engagement, viel Herzblut und hohe Anerkennung bei allen Vorgesetzten der maßgeblichen Schulen und Ämter sehr erfolgreich verlaufen war. Dann dankte sie ihm im Namen aller Kolleginnen und Kollegen des Erich Kästner Gymnasiums für „sein offenes Ohr, seine stets offene Tür, seine ihm sehr wichtige Kooperation mit dem ÖPR, seinen kritischen Umgang mit Stuttgart, seine klaren Worte, seine gezielte Förderung der Referendare und der jungen Kolleginnen und Kollegen sowie für seine Wertschätzung dem Kollegium gegenüber.“ Eigentlich wollte er nie „Chef“ genannt werden, zumindest wollte er nicht über dienstliche Anordnungen den Chef „heraushängen“ lassen, was ihm auch gelungen sei. Umso bedauerlicher sei nun seine Verabschiedung in den Ruhestand.


Nun brachten alle Kolleginnen und Kollegen, begleitet von kleineren Sinnsprüchen und Kommentaren, Emoticons an einer Wäscheleine an, um ihre Wertschätzung und Wünsche kundzutun. Herr von Hagen wurde für „sein Herz, sein Lachen, seine maximale Flexibilität, seine pragmatische Art oder sein Verständnis für besondere Lebenslagen“ gelobt, was ein danach sich anschließendes Lied noch einmal verdeutlichte. Alle Beiträge zeigten die große Beliebtheit, die sich Herr von Hagen in den Jahren seines Arbeitens erworben hatte.


Ein Zitatenpotpourri aus der die Verabschiedung beschließenden Rede von Herrn von Hagen unterstrich noch einmal, dass hier einer seinen Hut nimmt, der Rückgrat besitzt und den Menschen in den Mittelpunkt stellte. Man müsse immer auch die Schwächeren mitnehmen, die Schüler als ganzheitliche Person betrachten, G 8 kritisch begleiten, Teamarbeit an erste Stelle setzen, auch die „schwarzen Schafe“ ernst nehmen, Schule als Familie verstehen, den Zusammenhalt des Kollegiums beachten, den Nachwuchs fördern, keinen im Stich lassen und wohlwollende Strenge gegenüber den Schülerinnen und Schülern walten lassen. Und ganz am Ende stand der Dank: An erster Stelle an seine Frau Karin. Sie habe viel ausgehalten, ihm den Rücken freigehalten und ihm andere Perspektiven aufgezeigt. Dann an die Stadt Eislingen, an die Abteilungsleiter, die Sekretärinnen, die Schulsozialarbeit, die Schüler- und Elternschaft und das Kollegium.


Einen feierlichen Rahmen bekam die Verabschiedungsfeier durch den Auftritt des Schulorchesters unter der Leitung von Martin Gradner, das zu Beginn, in der Mitte und am Ende für kompetente musikalische Abwechslung durch die „Ungarischen Tänze“, den „Hochzeitsmarsch“ und einen Walzer sorgte. Und da nach eineinhalb Stunden bei fast tropischen Temperaturen in der Mensa der Mund trocken und der Magen leer geworden war, gab es am Ende spanisches Finger-Food und Getränke, um noch einmal auf einen gesunden, aktiven und entspannten Unruhestand Michael von Hagens anstoßen zu können.

Nicht alle waren gekommen.
Das tat man sehr gerne, wie gesagt, alle waren gekommen. Wirklich alle? Alle, die Michael von Hagen wichtig waren und ihm das gerne zurückgeben wollten. Eine Personengruppe war dabei ausgeschlossen. Es waren keine Vertreter des Regierungspräsidiums anwesend. „Ich habe nie Wertschätzung erfahren. Die an mich herangetragenen Aufgaben wurden Jahr für Jahr erhöht, Entlastung habe ich dafür nicht bekommen.“ Ein lobendes Wort fehlte, gute Arbeit habe man als Selbstverständlichkeit hingenommen, so Michael von Hagen. Dies blieb aber der einzige Misston einer sehr gelungenen und vor allem verdient herzlichen und aufrichtigen Verabschiedung.

 

 

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