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Gerechtigkeit erhöhet ein Volk

Diskussionsveranstaltung zu Kirche und Arbeitswelt

24.8.2007 - Barbara Nürk

 

Gerechtigkeit erhöhet ein Volk - unter diesem Zitat aus den Sprüchen Salomos veranstaltete die Gruppe Offene Kirche in der evangelischen Landessynode zu Ferienbeginn im Gemeindehaus der Christuskirche einen Diskussionsabend. Mehr als 30 Zuhörerinnen und Zuhörer warten aus dem ganzen Landkreis gekommen, nicht nur um die Kandidaten der Offenen Kirche zur Wahl in die Landessynode am 11. November Anita Gröh aus Geislingen, Werner Stepanek aus Faurndau und Pfarrer Joachim Beck aus Bad Boll kennenzulernen.

Auch das im kirchlichen Bereich noch ausbaufähige Thema Kirche und Arbeitswelt war ein Grund zum kommen. Nach der Begrüßung durch die Eislinger Kirchengemeinderätin Martina Schmid in Vertretung der im Urlaub weilenden Pfarrer als Hausherren begann mit Luthers Worten 'die Arbeit gehört zum Menschen wie zum Vogel das Fliegen' die Dekanatsekretärin Anita Gröh die beiden Referentinnen vorzustellen.
Aus Stuttgart war die Wirtschafts- und Sozialpfarrerin Esther Kuhn – Lutz gekommen, aus ihrem Wohnort Eislingen die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Verdi Leni Breymaier. Mit eigener Erfahrung umrissen die Referentinnen den Veränderungen in der Arbeitswelt. Die Zeiten, in denen man konstant bis zur Pensionierung an seinem Arbeitsplatz bleiben konnte, sind vorbei. Befristete Arbeitsverhältnisse erschweren besonders jungen Menschen eine verläßliche Zukunfts- und Lebensplanung. Arbeitslosigkeit ist ein Thema, mit dem man auch in den Kirchengemeinden nicht gut umgehen kann. Die Kirche solle sich nicht nur um de Arbeitslosen kümmern, sondern auch die Gründe der Arbeitslosigkeit transparent machen.
Den demographischen Wandel als Grund für Probleme mit der Rente anzuführen, fand Leni Breymaier nur bedingt richtig. Sozialpfarrerin Kuhn-Lutz und sie stimmten überein, daß vielen älteren Arbeitswilligen die Möglichkeit bis zur Altersgrenze zu arbeiten gar nicht angeboten wird. Pfarrerin Kuhn- Lutz hält Kontakt zu Arbeitgebern, Arbeitnehmern, IHK und der Agentur für Arbeit. Die vier Sozialpfarrämter in der württembergischen Landeskirche seien bis auf eines aus Spargründen abgeschafft worden. Die Gruppe Offene Kirche setzt sich für Aufstockung ein.
Armut in reichen Deutschland kam ebenfalls zur Sprache, für die Sozialdemokratin Leni Breymaier müßte sie in diesem Maße nicht sein.
Synodalkandidat und Leiter der kaufmännischen Berufsschule Göppingen Werner Stepanek mahnte das Wächteramt der Kiche an.
Einig waren sich alle, daß das Thema Arbeitswelt in den christlichen Gemeinden immer noch viel zu wenig präsent ist. Hier mehr zu unternehmen, dazu wollte die Veranstaltung der Offenen Kirche zur Kirchenwahl am 11. November einen Anstoß geben.

 

 

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