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Lenin kam nur bis Lüdenscheid
Verfilmung des Sachbuchs von Richard David Precht läuft ab 5.9. in Schloßtheater
03.9.2008 - Antje Krumm
Zum Film:
Geboren in einer Zeit, die von politischen Umwälzungen geprägt ist, erinnert sich Richard David Precht an den sozialistischen Kosmos seiner Kindheit: Mitten im provinziellen Solingen, inmitten kapitalistischen Feindeslandes, erschafft Familie Precht ein kleines linkes Universum. Der Vater liest Marx und Engels, während Sohn Richard diese Rauschebärte mit Tiervater Brehm verwechselt. Der Junge entwickelt eine ganz eigene Weltsicht, in der etwa die DDR ein riesiger und paradiesischer, durch eine hohe Mauer geschützter Zoo ist. Mutter Precht trennt scharf zwischen Gut und Böse, Sozialismus und Kapitalismus; Coca-Cola ist zu Hause ebenso verpönt wie Raumschiff Enterprise. Richard und seine Geschwister, von denen zwei aus Vietnam adoptiert wurden, dürfen aber Asterix lesen, weil das französisch, also irgendwie subversiv ist und die Römer die Besatzer sind, also so wie die Amerikaner.
Basierend auf den gleichnamigen Kindheitserinnerungen von Richard David Precht, aktuell mit Wer bin ich - und wenn ja wie viele? in den Bestsellerlisten, setzt sich LENIN KAM NUR BIS LÜDENSCHEID liebevoll mit der Wucht ideologischer Erziehung auseinander, die auf eine Gesellschaft vorbereitete, die es so nie geben würde. Pünktlich zum 40. Jubiläum der 68er rückt der unverklärte Blick eines Kindes diese Bewegung in ein ebenso unterhaltsames wie erhellendes Licht. Mit ironischem und selbstironischem Blick zeichnen Richard David Precht und der Kölner Dokumentarfilmregisseur André Schäfer eine Kindheit in der westdeutschen Provinz nach - und bringen die großen Ereignisse jener Jahre in ganz andere, sehr private Zusammenhänge.
Die privaten Erinnerungen der Familie Precht werden um zahlreiche Archivschätze ergänzt: Bilder der Solinger Provinz, aus Vietnam, Berlin, vom DKP-Zeltlager in Lüdenscheid und schließlich vom Mauerfall und dem Erwachsenwerden, wo diese Geschichte endet.
Termine:
Freitag, 5.9. - 18:00 Uhr
Samstag, 6.9. - 20:00 Uhr
Sonntag, 7.9. - 18:00 Uhr
Hier gib es weitere Informationen zu diesem Artikel:
http://www.lenin-film.de/
Hier zu den weiteren Spielzeiten im Eislinger Schloßtheater:
http://www.cineplex.de/kino/home/city65
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