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Seniorennachmittag zur Jahreslosung mit Pfarrerin Kathinka Korn
30.1.2009 - Christuskirche
Lustige Schneemänner als Tischdekoration erfreuten die Besucher, als sie zum ersten Seniorennachmittag im neuen Jahr ins Gemeindehaus der Christuskirche kamen.
Musikalisch eröffneten Eckart Naumann (Flügel) und Karin Rapp (Violine) den Nachmittag mit einem Neujahrslied des englischen Komponisten Benjamin Britten, und zu Beginn der Besinnung spielten sie ein Dreikönigslied von Peter Cornelius aus dessen Weihnachtsliederalbum für Piano und Geige. Geübte Ohren konnten aus der Begleitung die Melodie von „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ heraushören.
In der Besinnung beleuchtete Diakon Hilsenbeck den Zusammenhang von Erscheinungsfest (Epiphanias) und Dreikönigstag. Der Bericht bei Matthäus spricht von den Weisen aus dem Morgenland – wir würden heute vielleicht eher von Sterndeutern oder Astrologen sprechen. Interessantes wusste Tino Hilsenbeck über die Gaben der Besucher zu erzählen: Gold als Zeichen des Reichtums und der Macht, Weihrauch in der kanalisationslosen damaligen Zeit auch gegen Gestank und Myrre als Salbengrundlage, die auch bei der Totenbalsamierung verwendet wurde. Immer stellte er dabei den Bezug zu Jesus her. Beim Dreikönigsbrauch der Sternsinger erfuhren die Anwesenden nicht nur die Bedeutung der Namen der nun als Könige bezeichneten Magier, sondern auch die Übersetzung ihres an die Haustüren geschriebenen Segensspruchs. Mit einem Gebet schloss er seine Ausführungen und ein schönes Vorspiel für Violine und Klavier vom britischen Barockkomponisten Henry Purcell zum Choral ‚Wie schön leuchtet der Morgenstern’ animierte die Senioren zum Singen weiterer Strophen.
Nach der Kaffeepause und dem Liedwunsch eines Geburtstagskindes war Frau Pfarrerin Korn eingetroffen, auf deren Kommen sich viele gefreut hatten. Sie sprach zur Jahreslosung aus Lukas 18,27: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“.
Mit der Feststellung, dass die Jahreslosung in 3 Evangelien - Matthäus, Markus, Lukas – steht, eröffnete Frau Korn von der Lutherkirchengemeinde ihre Betrachtung. Zunächst las sie den Text um die Jahreslosung aus den Lukasevangelium. Überrascht waren die meisten, denn sie kannten die Geschichte vom reichen Jüngling von früher. Viele Facetten dieses Mannes, der sich trotz seiner alttestamentlichen Frömmigkeit Gedanken um sein Seelenheil macht, zeigte die Referentin auf. Die Betroffenheit dieses reichen Mannes angesichts der Aufforderung, sich von seinem Besitz zu trennen, konnten die schwäbischen Seniorinnen und Senioren als Häusles- und Wohnungseigentümer gut nachvollziehen. Nur sehr selten hat Jesus zur Nachfolge aufgefordert! Daher war dies für den gläubigen Israeliten besonders bitter, dass er dies nicht fertig brachte. Die Traurigkeit, die den reichen Juden deshalb erfasste, rührte die Zuhörer.
Interessant ist die Erzählung aber auch nach dem Weggang dieses Mannes: Die Umstehenden fragten die Jünger, wer dann in den Himmel komme. Jesu Antwort enthält das heute sprichwörtliche Kamel, das durchs Nadelöhr geht. Kaum jemand wusste, das mit dem Nadelöhr ein besonders schmales Stadttor der Jerusalemer Stadtmauer gemeint ist. Als letzten Satz schreibt Lukas die die Jahreslosung als Trostwort aus dem Munde des Gottessohnes.
Fasziniert hatten die Anwesenden Pfarrerin Korn zugehört und ließen die gezeigten Bilder innerlich noch nachklingen.
Eine weitere Überraschung folgte noch an diesem Januarnachmittag: Am Flügel erklang die Petersburger Schlittenfahrt, gespielt vom Duo Eberhard Staudenmayer und Eckhart Naumann; Frau Rapp begleitete rhythmisch mit einem Schellenring. So mancher Fuß wippte unterm Tisch im Takt mit und großer Applaus animierte zur Zugabe. Ein Rondino vom Briten Henry Purcell aus dessen Winterliedern spielten Frau Rapp und Herr Naumann. Danach war noch Zeit für 'Von guten Mächten wunderbar geborgen' als gemeinsames Jahresanfangslied und „Kein schöner Land“.
Ein Lob für das Publikum hatten alle drei Musiker für den gelungenen, dreistimmigen Abschlusskanon. Spanische Tänze zu vier Händen waren als Nachspiel zum Hinausgehen gedacht. Doch niemand wollte aufstehen, sondern alle blieben sitzen und hörten gespannt zu.
Schon jetzt möchten wir alle Interessierten zum nächsten Seniorennachmittag einladen, zum fast schon traditionellen Seniorenfasching am Schmotzigen Donnerstag, 19. Februar 2009, ab 14.30 Uhr im Gemeindehaus an der Salacher Strasse. Auf Ihr hoffentlich zahlreiches Erscheinen freuen sich Diakon Hilsenbeck und Team.
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