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Wie die schöne Lau das Lachen lernte

Seniorennachmittag mit Pfarrer Dehlinger

05.4.2009 - Christuskirche B.Nürk

 

Trotz des gar nicht frühlingshaften Wetters hat sich eine erfreuliche Anzahl Senioren und Seniorinnen im Gemeindehaus an der Salacher Straße eingefunden. Mit Beifall wurde Pfarrer Frieder Dehlinger begrüßt, der am diesem Nachmittag auch die musikalische Begleitung übernommen hat.

In seiner Besinnung machte Diakon Hilsenbeck einen Streifzug unter dem Thema Lachen durchs Alte Testament – schließlich sollte es im Verlauf des Seniorennachmittages auch um die Frage gehen ‚Wie die schöne Lau das Lachen lernte’. Über den Gegensatz Lachen und Trauer spannte er den Bogen durch die Passionszeit zur Auferstehungshoffnung. Mit einem Gebet und dem Lied ‚Lobt Gott getrost mit Singen’ schloss die Andacht.

Nach dem Kaffeetrinken waren die Anwesenden auf die Ausführungen des Theologen gespannt, der seine Jugend im Pfarrhaus in der Stadt am Blautopf verbracht hatte. Pfarrer Dehlinger freute sich, einige Gesichter zu sehen, die schon bei dem von ihm geleiteten Seniorenausflug nach Blaubeuren vor 5 Jahren dabei waren. Von dort hatte er auch einen Pfarrersstuhl mitgebracht, den er zum Vorlesen etlicher Passagen aus der Historie von der schönen Lau nutzte.
(Bild)

Nach einer alten Stadtansicht von Blaubeuren und einem Bild des Stadtwappens, dem Blaumännle mit den beiden Hirschstangen war man gespannt, wie es zuging, dass die schöne Lau das Lachen lernte. Der Geistliche hatte eine auch für Nichtschwaben geeignete Fassung der Erzählung von Eduard Mörike mitgebracht. Die Wasserfrau mit Fischleib und Schwimmhüten zwischen den Zehen und den Fingern, war von ihrem Mann, einem Donaunix am schwarzen Meer, in den Blautopf verbannt worden, weil sie nacheinander 5 Totgeburten hatte. Dies würde sich einer Weissagung zufolge erst ändern, wenn sie im Laufe eines Jahres fünfmal gelacht habe.
Immer wieder stellte der Referent den Bezug zur Realität her, so z. B. bei den Erlebnissen eines Hirtenbuben, der die Wasserfrau beobachtete und sie mit „He, du Laubfrosch!“ ansprach. Blitzschnell wurde der Junge von der Lau in den Blautopf hinabgezogen und in einer ihrer Kammern dort unten eingesperrt. Durch viele prächtige Räume, endlose Gänge und Treppen gelangte er schließlich irgendwo in den Albwäldern wieder ins Freie. Wunderschöne Fotos von den unterirdischen Tropfsteinhöhlen, Seen und engen Gängen, wie sie wohl der Hirtenbub gesehen hatte, wurden auf die Leinwand geworfen, . wobei auch ein Abstecher zu den Höhlenforschern nicht fehlte.
Als der Hirtenjunge aus seinem Beutel das mitgenommene vermeintliche Gold hervorholte, war es ein Bleiklumpen, den er zornig wegwarf. So soll der Legende nach das Klötzle Blei, ein Jurafelsen bei Blaubeuren, entstanden sein. Mehrmals hintereinander konnte der Redner fehlerfrei schneller werdend wie jeder Blaubeurer den schwäbischen Zungenbrecher aufsagen, während das Publikum trotz visueller Unterstützung Mühe hatte.
Heiterkeit bereitete auch die Episode, dass ein Zauberlehrling die Tiefe des Blautopfes ausmessen wollte und dazu drei Ballen Schnur hinunter ließ. Dass er statt seines Lots eine Zwiebel, eine Perlenkette und eine kleine goldene Schere heraufzog, soll ihn eine Woche um den Verstand gebracht haben. Die schöne Lau und ihre Kammerzofen hatten unten den Tausch bewerkstelligt.
(Bild)
Einen größeren Raum in der Erzählung nimmt die Wirtin Beta vom Nonnenhof ein, der es letztlich zu verdanken ist, dass die Schöne Lau das Lachen lernte. Am Brunnen des Wirtshauskellers, in dem sich die Wasserfrau zeigte, war eine Freundschaft zwischen beiden entstanden. Herr Dehlinger erläuterte in Ergänzung dazu, dass im Zuge der Christianisierung an heidnischen Kultstätten oft Kapellen errichtet wurden, die meist Johannes den Täufer geweiht waren - ebenso wie die Klosterkirche am Blautopf.
Die gute Mischung aus Vorlesen, Erzählen und Bildern hatten die Senioren sehr gefesselt und begeistert. Mit viel Applaus bedankten sie sich bei Pfarrer Dehlinger.

Abschließend wurden noch ein Geburtstagslied und mehrere gemeinsame Volkslieder gesungen. Ein abwechslungsreicher, unterhaltsamer Nachmittag ging damit zu Ende und mit einem Wort auf den Weg verabschiedete sich Diakon Hilsenbeck von den Anwesenden.

Der nächste Seniorennachmittag am 7. Mai wird durch unserem Diakonie- und Krankenpflegeverein organisiert und durchgeführt. Die ökumenische Sozialstation stellt ambulante Hilfsangebote im Rahmen des Betreuten Wohnens vor. Anschließend findet die jährliche Mitgliederversammlung des Diakonie- und Krankenpflegevereins statt mit Tätigkeits- und Kassenbericht. Beginn ist zur gewohnten Zeit um 14.30 Uhr im Gemeindehaus an der Salacher Strasse.

 

 

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