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„Leckerbissen“ für die Kinder der Sprachförderung

Ein tierisches Projekt im Kindergarten Liebfrauen

21.11.2013 - Inge Scholz

 

Die Herbstferien standen vor der Tür und mit ihnen der ehrenamtliche Besuch der Eislingerin Verena Scholz mit ihren beiden Hündinnen Naughty und Milka.
Lange schon hatte sich die Erzieherin für Sprachförderung Inge Scholz, auf diesen Besuch gefreut.
Zuvor mussten alle Formalitäten geklärt werden. Kindergartenleiterin Tanja Vercelli und der Träger der Einrichtung mussten dem hündischen Besuch erst zustimmen.
Nun wurde bei den Kindern gefragt, wer gerne am Hundeprojekt teilnehmen möchte. Mit großem Interesse signalisierten die Kinder ihre Bereitschaft und Inge Scholz wählte mit der Gruppenerzieherin Susanne Kienhöfer verantwortlich neun Kinder aus.
Die anderen Kinder wurden auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet.
Nun mussten die Eltern der jeweiligen Kinder gefragt werden. Eine Mutter gab ihre Zustimmung nur zögerlich, weil sie selbst große Angst vor Hunden hat. Doch im verständnisvollen Gespräch gab sie, wegen dem großen Interesse ihres Sohns, doch ihre Zustimmung.
In Vorbereitung auf den Besuch der beiden Hündinnen dürften die Kinder Hundekekse backen. Die Kinder hatten große Freude den Teig mit geriebenen Karotten, zerquetschten Bananen und Mehl zu kneten. Dies war bereits ein sinnliches Erlebnis, konnten die Kinder doch probieren, wie die Zutaten schmecken und sich anfühlen.
Mit speziellen Hundeausstechern, wie Knochen und verschiedenen Hundeformen wurden die Kekse fertiggestellt. Nachdem sie gebacken waren, sortierten die Kinder die Hundekekse nach klein und groß. Die Retriever-Hündin Naughty erhielt in der Vorbereitung eine grüne Schachtel mit ihrem Foto und Milka bekam die extra kleinen Kekse in einer gelben Schachtel mit ihrem Foto. Somit wussten die Kinder am Tag darauf genau, welchem Hund sie was füttern dürfen. Die Projektkinder lernten dabei Rücksichtnahme für die Hunde, sowie zwischen klein und groß zu unterscheiden. Das war in der Tat nicht einfach, sich für groß oder klein zu entscheiden. Doch mit pädagogischer Unterstützung fanden alle Hundekekse ihre passende Schachtel.

Endlich war der langersehnte Tag des tierischen Besuchs gekommen und die Kinder saßen schon erwartungsvoll im Mehrzweckraum. Neun Kinder mit ganz unterschiedlichem Sprachentwicklungsstand teilten sich die begehrten Plätze.
Im Kindergarten Liebfrauen dürfen immer wieder alle Kinder an den Angeboten der Sprachfördererzieherin teilnehmen, weil es um eine Integration aller Kinder geht. Kinder die sehr gut in der deutschen Sprache sind, stellen für die anderen Kinder ein wesentliches Vorbild dar, von denen sie in kindlicher, spielerischer und unbefangener Weise lernen können.

Pünktlich um 9.00 Uhr klingelte es und die Sozialpädagogin Verena Scholz wartete auf Einlass. Nach einer Einführung zu Regeln und Verhalten im Umgang mit den Hündinnen, wurde die Hundetransportbox für den Ruckzug der Hündinnen aufgebaut. Milka, die kleine Hündin, durfte als Erste zu den Kindern kommen.
Der Schwerpunkt des tierischen Angebots war, den Kindern neue Sprechanreize zu bieten, sie zum Sprechen zu ermuntern und ihnen vor allem die Bedeutung der Worte begreif- und erfahrbar zu machen. Innerhalb der langjährigen Sprachförderung war Inge Scholz mehrfach aufgefallen, dass viele Kinder Wörter zwar aussprechen, aber deren wirkliche Bedeutung noch lange nicht verstanden haben. Wenn Kinder jedoch eine Anweisung erhalten, so kann die Fachkraft schnell erkennen, ob die Wortbedeutung ganzheitlich erfasst wurde und die Aufgabe erfüllt werden kann.

Mit Verena Scholz hatten die Kinder die Möglichkeit unverfänglich und ohne Druck mit den Hunden in Kontakt zu kommen.
Gleich zu Beginn boten sich für die Kinder vielfältige Sprechanreize: Neugierig wollten sie wissen: „Wie alt ist der Hund?“ „Wie heißt er?“ „Ist das ein Junge oder ein Mädchen?“.
Im Kreis wurde jedes Kind von Hündin Milka besucht und die Kinder konnten ihr Leckeri aus der Hand füttern oder auf den Boden legen. Je nachdem was sie sich zutrauten.
Paul und Nils fütterten aus der Hand und waren natürlich stolz auf sich. Yusuf stellte sich zunächst hinter seinem Stuhl. Er beobachtete das Geschehen jedoch aufs Genauste. Nach einigen Übungen setzte er sich entspannt auf seinen Stuhl. Am Ende der Veranstaltung sagte Yusuf: „ Ich dachte immer, die Hunde sich ganz gefährlich, aber die sind ja ganz lieb.“ Was für ein schönes Kompliment für dieses Projekt!

Die weiteren Übungen knüpften an die derzeitigen Themen der Kindergartengruppe an. Es ging um die Position des eigenen Körpers, im Bezug zum Raum. Die Aufgabe der Kinder war, ein Hundeleckerli von Hündin Milka entweder hinter, vor, auf, unter oder neben den Tisch bzw. den Stuhl zu legen. Diese Präpositionen sind am besten über eigene Körpererfahrung zu erlernen
Damit Milka das Leckerli finden konnte, sollte das Kind der Hündin sagen, wo sie suchen soll. „Milka such unter dem Tisch.“ Die Hunde wissen, Dank der guten Ausbildung, auch bei einer undeutlichen oder sehr leisen Aussprache was sie tun sollen. Für die Kinder folgt deshalb ein direktes Erfolgserlebnis (Milka findet das Leckerli und frisst es). Dies steigert bei den Kindern die Motivation zum Weitersprechen und erhöht das Selbstwertgefühl. Die Kinder sind stolz auf sich, fühlen sich wohl und können neue Lernangebote unbeschwert annehmen.
Selbst Kinder die im Kindergartenalltag sprachverzögert nur einzelne Wörter sprechen, haben in der Arbeit mit den Hunden in ganzen Sätzen gesprochen. Stolz und voller Freude erzählt ein Junge der Leiterin Tanja Vercelli nach dem Angebot: „Da waren zwei Hunde, ein Großer und ein Kleiner!“ Ein tolles Erfolgserlebnis für alle Beteiligten.
Dem Hundebesuch folgte noch die Gestaltung einer Bilderwand für den Kindergarten, wo die Kinder ihre positiven und negativen Erlebnisse erzählen konnten.
Die Kinder erzählten allerdings nur Positives.
Nils sagte:“ Milka ist der schöne Hund und Naughty der tolle Hund.“
Viktoria meinte: „ Wir durften die Hunde streicheln und fühlen, wie sie sich anfühlen.“
Yusuf: „Naughty ist ganz lang und Milka ist nicht ganz lang“

Paul: „Da haben wir die zwei Hunde gestreichelt und wir haben die Leckerlies versteckt.“
Noah: „Ich finde es schön, dass die Hunde gekommen sind.“
Inge Scholz: „ Mir hat es sehr viel Freude gemacht, dieses Projekt vorzubereiten und durchzuführen. Ich konnte die Kinder hervorragend beobachten und bin begeistert, was der Besuch von Verena Scholz und ihren beiden Hündinnen bei den Kindern ausgelöst hat. Ein herzliches Dankeschön für dieses ehrenamtliche Engagement von Verena Scholz.

 

 

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Eislingen

Fotos Inge Scholz


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Sozialpädagogin Verena Scholz mit Hündin Milka

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