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'Netzwerke' - die Vernissage zur 3. SchulART-Ausstellung der Silcherschule

Schule der Vielfalt mit hohem Anspruch - beeindruckende Werke

02.10.2015 - Peter Ritz

Bei strahlendem Frühherbstsonnenschein traf sich die Schulgemeinde der Silcherschule, unter den Gästen Oberbürgermeister Klaus Heininger, ein Stadtrat und der Schulleiter des Erich Kästner Gymnasiums Michael von Hagen mit Gattin, im Hof der Schule zur Vernissage der 3. SchulART-Ausstellung. Ali Azimi, Flüchtling aus Teheran, stimmte am Piano und mit der Gitarre mit iranischen Liedern auf einen gehaltvollen Abend ein. Schulleiter Andreas Janositz begrüßte und führte Professor Dr. Klaus Ripper, Professor für Kunst und Didaktik an der PH Schwäbisch Gmünd als Vernissagenredner ein.

Im Folgenden der Text von Prof. Dr. Ripper:

Sehr geehrte Damen und Herren,
es freut mich, dass ich gebeten wurde, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Netzwerke“ der Silcherschule hier in Eislingen ein paar einleitende Worte zu sprechen.
Normalerweise ist es meine Aufgabe, an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd angehende Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer auszubilden. Im Rahmen des Studiums kommen meine Studierenden dann in ihren Praktika auch immer wieder in Schulen, in denen sie mit ihrem Engagement in Sachen Kunst eher auf Zurückhaltung stoßen. So freut es mich also besonders, wenn ich nun berichten kann: es gibt sie, die Schulen, in denen von Kolleginnen und Kollegen Kunst mit Engagement vermittelt wird und diese Kunstvermittlung dann auch auf ebenso engagierte Schülerinnen und Schüler trifft.

Ästhetische Erfahrung, also das sinnliche, praktische Wahrnehmen, Tun und Erleben, wird im ästhetisch-künstlerischen Prozess zur Gestaltung. Dieser ästhetisch-künstlerische Prozess, in dem aus der ästhetischen Erfahrung das bewusst gestaltete eigene Bild, das eigene Objekt, das eigene Kunstwerk wird, dieser Prozess kann nur von Lehrkräften in Gang gebracht werden, die eigene, persönliche Erfahrungen mit Kunst gemacht haben. Genau hier, an eigener künstlerischer Erfahrung setzen wir an der PH mit dem Kunstlehrerstudium an. Nicht einfach Rezepte oder bewährte Gestaltungsanregungen zu vermitteln, sondern den Kern dieses Prozesses selbst zu erfahren, ist Ziel unseres Studiums.
Kunst wird jedoch in der Schule sehr häufig fachfremd unterrichtet. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, in Grundschulen ist ja das Fach Kunst im derzeit noch gültigen Lehrplan an vielen Schulen nicht eigenständig ausgewiesen. Doch die Erfahrung zeigt, gerade auch in Fächerverbünden brauchen wir mehr Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer, die es gelernt haben, bei Schülerinnen und Schülern künstlerische Prozesse zum Erwerb von Weltwissen anzuregen. Dies ist auch den Schulen und Schulbehörden bewusst. Aktuell gibt es sehr gute Einstellungschancen in allen Schularten mit diesem Fach.

Und warum brauchen wir das alles? Die wenigsten Schülerinnen und Schüler werden doch später Künstler. Sollten sie also nicht lieber fit gemacht werden für die Berufswelt? Wer so fragt, verkennt, dass Kunst in der Schule gar nicht gedacht ist als eine unmittelbar auf die Anforderungen des Berufslebens anwendbare Fertigkeit. Worum es hier geht, ist Persönlichkeitsbildung. Kunstunterricht begründet sich aus der menschlichen Kulturgeschichte. Die ältesten Funde menschlichen Schaffens sind neben Werkzeug und Waffen eben auch eine kleine Flöte aus Knochen sowie eine aus Elfenbein geschnitzte Frauenfigur. 40.000 Jahre alt und gefunden bei Schelklingen auf der Schwäbischen Alb. Kunst gehört zum Menschsein dazu und Kunstunterricht ermöglicht kulturelle Teilhabe.

Schule braucht Kunst – und Kunstlehrer, die künstlerische Prozesse initiieren können. Die dafür nötige Kompetenz ist es, was wir an der Pädagogischen Hochschule unseren zukünftigen Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer vermitteln. Kunst als „Keimzelle der Freiheit“, wie dies Prof. Schütz aus Karlsruhe nannte, können wir nicht aus der Schule wegdenken.

Kulturelle Teilhabe heißt auch, dass zunächst einmal alle angesprochen sind, sich zu beteiligen. In dieser Ausstellung hier sind alle möglichen Klassen aus verschiedenen Schularten vertreten. Alle haben sich im Laufe des letzten und vorletzten Schuljahres in ihrem Kunstunterricht mit dem Thema „Netzwerke“ auseinandergesetzt. Und diese Ausstellung wird nun mit einer Vernissage, wie wir sie auch aus dem professionellen Kunstbetrieb kennen, eröffnet. Trotzdem ist uns natürlich bewusst, dass wir hier in einer Schule sind, nicht in einer Galerie.

Ist Kunst in der Schule also ein Kinderspiel, nur eine unechte, gespielte Wirklichkeit?

Eine Frage, die unerheblich ist, wenn wir nicht auf die Werke alleine sehen, sondern in erster Linie auf die künstlerischen Verarbeitungs- und Erkenntnisprozeduren, die sich nicht durch kunstfremde Lernziele und Begründungszusammenhänge legitimieren müssen.

Künstlerische Prozesse in Gang zu bringen heißt aber auch, Freiräume zuzulassen, offen für unterschiedliche Lösungen das Wagnis eines Unterrichts mit ungewissem Ende einzugehen, bei dem die Lehrerin oder der Lehrer letztlich kaum Einfluss nehmen kann. Hierzu möchte ich ausdrücklich auch alle Lehrerinnen und Lehrer ermuntern. Dann haben wir die Chance auf Schulkunst, die aus dem gleichen Geist heraus geboren wurde, wie die Werke professioneller Künstler und die nicht länger nur so tun als ob. Deren Ziel es nicht länger ist, lediglich imitierend zu „malen wie die großen Künstler“, wie ich leider nach wie vor in Schulflurausstellungen zu sehen und zu lesen bekomme.
Die Ideen und die daraus resultierenden Ergebnisse, welche die Klassen der Silcherschule zum Thema Netzwerke hatten, imitieren hier nicht etablierte Künstler sondern sind erfreulich vielfältig.

 

 

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Eislingen

Ein Werk hat sich mit dem Begriff "Netzwerke" auseinandergesetzt


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Der Schulleiter begrüßt

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Ali Reza Azimi am Piano

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die Künstlerin vor ihrem Werk

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buntes Netzwerk

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aus Draht

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aus Nylons

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schwarz-weiß

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räumlich

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Referendarinnen

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grafisch

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Netzwerkerinnern

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@

Eislingen

gelungene Schneidearbeiten

Eislingen

gute Beobachtung - Strommastennetzwerke

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gelungene Schneidearbeiten 2

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Verwirrung durch Verschieben

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Prof Dr Klaus Ripper

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