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Coronazeit: Sportliche Aktivitäten und Maskenpflicht
Interview mit Marco Höpfner, Arzt in Eislingen und Sportvorstand bei Sparda-Team
30.4.2020 - Hans-Ulrich Weidmann
Zurzeit sind alle Sportveranstaltungen abgesagt, Sportplätze- und Hallen geschlossen. Es finden keine Turniere und Wettbewerbe statt. Auch ihr Verein, das Sparda-Team Rechberghausen, hat den besonders bei Laufanfängern („LAUF GEHT’s) beliebten Sommernachtslauf ersatzlos gestrichen.
Sind sportliche Aktivitäten in Zeiten der Coronapandemie für die Gesundheit gefährlich?
Man muss zuerst Wettkämpfe und Training unterscheiden: Wettkämpfe sind Ansammlungen von Menschen und deshalb derzeit natürlich tabu. Für das sportliche Training des Einzelnen gilt das freilich nicht. Die Empfehlung ist ja derzeit, dass man höchstens zu zweit gemeinsam Sport treiben soll, etwa joggen, und mit gegebenem Abstand. Das macht auch Sinn.
Für den Sporttreibenden selbst, wenn dieser gesund ist, ist Sport sicher wichtig, um fit zu bleiben (phyisisch und psychisch), vor extremen Anstrengungen wird gewarnt, falls man doch einen unerkannten Infekt (wie etwa Corona hat). Sport stärkt auf jeden Fall das Immunsystem und die Fitness, was sicher auch ein Vorteil ist, falls man doch mal mit dem Corona-Virus in Kontakt kommt.
Generell gilt natürlich, dass man Sport nur treiben sollte, wenn man sich gesund fühlt (d.h. kein Halsweh, kein Fieber, keine auffällige Abgeschlagenheit).
Für die Leute im Umfeld des Sporttreibenden wird ja immer wieder davor gewarnt, dass durch die Atemluft (etwa beim Joggen) Viren in die Umgebung geblasen werden. Dies kann relevant sein, aber halt nur, wenn der Sporttreibende infiziert ist. Das ist doch recht unwahrscheinlich, weil die Kranken i.d.R. keinen Sport treiben und weil die Rate der asymptomatischen Corona-Träger wohl viel geringer ist als man am Anfang befürchtet hatte.
Ich denke, sportliche Aktivitäten sind in Zeiten der Coronapandemie aus diesen Gründen nicht nur ungefährlich (wenn man es richtig betreibt), sondern sehr wichtig! Man stelle sich nur vor, wie es den Leuten in Spanien oder Frankreich mit einer kompletten Ausgangssperre geht. Kaum vorzustellen.
Seit 27.April besteht in Baden-Württemberg im öffentlichen Personennachverkehr und beim Einkaufen Maskenpflicht (Mund-Nasen-Bedeckung). Macht es Sinn eine Maske auch bei sportlichen Aktivitäten zu tragen?
Das halte ich aus den oben genannten Gründen in den allermeisten Fällen für sinnlos, speziell beim Laufen oder Radfahren. Zudem ist der Effekt der sportlichen Betätigung mit Mundschutz sehr fragwürdig. Einzig für die Wiederaufnahme des Betriebs der Fitness-Studios oder für Sportarten mit geringer Intensität wie etwa Golfspielen wäre dies evtl. eine Option.
Was tun Sie selbst um gesund durch diese schwere Zeit zu kommen?
Ich gehe weiterhin laufen und radfahren, allerdings kommt mir hier meine Vorliebe für abgelegene Wege und das Training in den sehr frühen Morgenstunden zugute. Es kommt allerdings auch vor, dass man an Leuten vorbeiläuft, die sich dann wegdrehen. Dazu mache ich Gymnastik und Krafttraining zu Hause.
Zur Person:
Marco Höpfner ist Facharzt für innere Medizin und Hausarzt in Eislingen, Sportlicher Vorstand bei Sparda-Team Rechberghausen und Finanzvorstand beim Alb-Traum100 e.V. und selbst aktiver Ausdauersportler.
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 Marco Höpfner - Bild Rolf Bayha
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