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„Eingeseift“ auf dem Toni-Gaugg-Weg

Wärmegewitter führte zum Abbruch im Marxenkar

24.7.2014 - Franz Rink, DAV Hohenstaufen

 

Ein alpines Abenteuer gab es am Wochenende für eine neunköpfige Hochtourengruppe der Sektion Hohenstaufen im Deutschen Alpenverein (DAV). Unter der Leitung von Gabi Eichler, Kirchheim, und Bernd Kuhn aus Wäschenbeuren war man statt der geplanten drei nur zwei Tage im Karwendel auf Tour. Nach über sieben Stunden auf dem anspruchsvollem Toni-Gaugg-Weg mit Anforderungen im II. Schwierigskeitsgrad wurde man durch ein heftiges Wärmegewitter regelkonform „eingeseift“. Mangels Alternativen musste die Tour kurz vor dem Etappenziel, dem Karwendelhaus, abgebrochen werden.
Scharnitz (974 m ü.N.N.) nahe der Isarquelle und Tor zum Karwendel, war Ausgangs- und Endpunkt der von Gabi bestens organisierten Tour. Vom Parkplatz an der Isar ging es hinein ins Hinterautal.

Über einen Forstweg stieg man in zahlreichen Serpentinen zur urigen Pleisenhütte (1757 m) auf. Anfangs spendete ein Mischwald noch reichlich Schatten. Anno 1953 hatte Toni Gaugg der Pleisen-Toni seinen Jugendtraum verwirklicht und auf einem wunderschönen Aussichtspunkt mitten in der Wildnis einen Platz gerodet und die Hütte erbaut.
Nach dem Einzug ins Massengrab, sprich Matrazenlager lockte das Gipfelkreuz der Pleisenspitze (2569 m). Die größte Anforderung stellte dieser schöne Aussichtsberg an die Kondition der Gipfelaspiranten. Bei über insgesamt 1600 Höhenmeter, und hochsommerlichen Temperaturen (im Tal über 30 Grad !) wurde es auch ohne Rucksack, ab Hütte, zu einer schweißtreibende Angelegenheit. Durch schrofige Latschengassen, einem breiten Bergrücken und einen steinigen Gipfelanstieg wurde der Berg erklommen.

Eine tolle Aus- und Weitsicht, vor allem zu den schneebedeckten Gipfeln der Stubaier- und Ötztaler Alpen, waren der Mühen wert. Auf der Aufstiegsroute gings zurück zur Hütte, wo der grandiose Durst als bald gelöscht wurde.
Tags darauf, der Hüttenwirt, Sohn des legendären Pleisen-Toni, signalisierte grünes Licht, aufkommender Föhn sollte die angekündigten Gewitter nach hinten verschieben, machte man sich frühzeitig auf die Socken. Der Toni-Gaugg-Weg, ein landschaftlicher großartiger, sehr einsamer Höhenweg sollte machbar sein. Rauf und runter, anfangs durch Latschenhänge, danach Auf- und Abstiege durch steile Rinnen, Querungen und ein über ein knapp 50 Grad steiles Schneefeld.
Drahtseile gaben Sicherheit und erleichtern den Aufstieg zum Pass Breitgrieskar Spitze auf 2500 Meter
Es gab nur noch nackten Fels und Steinwände die links und rechts empor stiegen. Einsamkeit pur. Zahlreiche Gämse und nur 3 „zweibeinige“ waren außer uns unterwegs. Nach rund 5 Stunden wurde die Biwackschachtel an der Breitgrieskarscharte (2388) erreicht.

Beim Aufstieg zur Seekarscharte (2455) deuteten die dunklen Wolken aus dem Inntal nichts Gutes an und es begann leicht zu regnen. Ehe man nach dem Abstieg ins Marxenkar (2070) gegen 15.00 Uhr voll von einem Wärmegewitter erwischt wurde. Aber mehr als eine hockende, zusammen gekauerte Haltung mit beiden
Füssen nebeneinander, die Gruppe weit verteilen und metallische Gegenstände (Stöcke) ablegen, kann man in dieser gefährlichen Situation nicht tun. Rund eineinhalb Stunden vor dem Karwendelhaus kam das unweigerliche Aus für unsere Tour.

Dann standen wir einfach nur da, patschnass, triefend, Wasser in nahezu allen Körperteilen. Die Schuhe quietschen vor Freude. Ausbildung, Erfahrung, Teamwork und der Umgang mit der Technik (GPS) waren nun gefragt. Der direkte Abstieg auf einem nur mühsam erkennbaren alten Jagdsteig ins Karwendeltal hatte es noch einmal in sich.
Mit größter Vorsicht wurden rund 700 Höhenmeter in 2 Stunden überwunden. Beobachtet von zahlreichen Gämsen in den Schotterfeldern, die wir in ihrer Idylle gestört hatten. Man freute sich schon auf die Einkehr in der Angeralm. Doch erneut hatte man Pech, denn die Alm war geschlossen.
Nun stand uns ein 17 Kilometer langer Hatsch auf der Schotterstrasse, dem E 4 alpin, entlang dem Karwendelbach nach Scharnitz bevor. Die Sohlen brannten bereits , doch nach rund 4 Kilometer hatte man unerwartetes Glück.
Per Privattaxe, nicht alle hätten dies gemacht, herzlichen Dank an die Helfer, wurden die restlichen Kilometer zurück gelegt. Katzenwäsche in der Isar, Einkehrschwung in einem Biergarten und runde 250 Kilometer Heimfahrt. In den frühen Morgenstunden endete eine abenteuerliche Bergfahrt, an die man sich noch lange erinnern wird. Die beiden Tourentage waren für die starke Gruppe sehr anspruchsvoll. Herzlichen Dank galt der DAV-Wanderleiterin Gabi und DAV-Fachübungsleiter Bergsteigen Bernd.

Tourendaten:
Samstag:
Aufstieg 1650m, Abstieg 850 m 11 Kilometer, Reine Gehzeit 6 h 30 min.

Sonntag :
Aufstieg 1100 m, Abstieg 1500 m, 13 Kilometer, Reine Gehzeit 8 h 45 min.

 

 

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Traumwetter bei Tourenbeginn

Pleisenhütte, erbaut von Anton –Toni- Gaugg

letzte Ruhestätte bei der Hütte *1920 + 2007

Gipfelanstieg zur Pleisenspitze, 2569 m ü.N.N.

und Freude am Gipfelkreuz

…. über Stock und Stein

Im Gleichschritt Richtung Briesgrieskarsspitze

Drahtseile gaben Sicherheit und erleichtern den Aufstieg zum Pass Breitgrieskar Spitze auf 2500 Meter

Das Karwendel ist voller Schotter

Vorsicht auch beim Abstieg

Steine, nichts als Steine

Biwack an der Breitgrieskarscharte

bizarre Gebilde

Abstieg im Schnee

Drohende Wolken zogen vom Inntal herauf

Nach dem Gewitter

Abstieg ins Karwendeltal

Das Karwendelhaus wäre nicht mehr fern gewesen

Endlos sind jene Strassen … die wir gezogen sind …

Franz Rink

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