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Heiteres Pfingstvergnügen mit der AWO

Eislinger Ortsverein präsentierte „Region Stuttgart auf Schienen“

02.6.2009 - Harald Kraus

Heiter, informativ und unterhaltsam war der Pfingstausflug der Eislinger AWO, der zum sechsten Mal in Folge unter dem Motto „Region Stuttgart auf Schienen“ stand. Alles, was sich in Stuttgart und Umgebung auf Schienen bewegt, wurde am Pfingstmontag auf der AWO-Tour unter Reiseleiter Harald Kraus quasi ausprobiert – mit großem Erfolg, der zum Abschluss auf dem Eislinger Bahnhof stehende Ovationen zeitigte.

Am frühen Morgen des Pfingstmontag ging es los. Mit der Regionalbahn fuhr die 46-köpfige AWO-Gästeschar nach Stuttgart, ein eigentlich unspektakulärer Auftakt. Als die Teilnehmer den Fahrplan und Erläuterungen in die Hand gedrückt erhielten, wollten sie nicht so recht daran glauben, dass das, was ihnen da bevorstand, auch tatsächlich funktionieren soll. Denn Harald Kraus versprach eine Bahnreise mit 17-maligem Umsteigen und das alles „ohne jeden Stress“, wie er im Brustton der Überzeugung versicherte.

Doch sehr schnell stellte sich heraus, dass er ein Programm ausgetüftelt hatte, das auf Punkt und Komma realisiert werden konnte, ohne dass Zweifel an seinem Verstand berechtigt gewesen wären. In Stuttgart wechselte die AWO-Gruppe zum ersten Mal das Verkehrsmittel und fuhr mit der Stadt- bzw. U-Bahn zum Südheimer Platz. Dort war nur ein Katzensprung nötig, um die Talstation der Stuttgarter Seilbahn zu erreichen. Dass es die gibt, löste schon ungläubiges Staunen aus, doch schlag 9.10 Uhr machte sich die im Jahr 1929 erstmals eröffnete Standseilbahn zum Degerlocher Waldfriedhof auf den Weg nach oben. Dieses Vergnügen dauerte freilich nur ganze vier Minuten, in denen ein Höhenunterschied von 87 Metern bei einer Steigung von 28 Prozent auf 536 Metern Länge bewältigt wurde. Oben angekommen stand eine kurzer Aufenthalt, der zu einigen Blicken in den parkartigen Waldfriedhof genutzt werden konnte, bevor.

Beeindruckt davon wurde die Seilbahn auch wieder hinunter in das Tal benutzt und erneut in die Stadtbahn umgestiegen, die die Gruppe nun zum Marienplatz brachte, wo jetzt die Zahnradbahn, im Stuttgarter Volksmund auch Zacke genannt, zur Fahrt hinauf nach Degerloch bereit stand. Schon 1884 wurde die Zahnradbahn eröffnet und bewältigt seither – jetzt freilich in modernisierter Ausführung - in acht Minuten 205 Meter Höhenunterschied und 18 Prozent Steigung. Ein herrlicher Panoramablick über die Schwaben-Metropole bot sich auf dieser Fahrt.

Am Zahnradbahnhof in Degerloch war der nächste Umstieg fällig. Diesmal in einen Bus der SSB, deren Linie 70 den Transfer zur Stadtbahnstation Ruhbank besorgte. Hier wiederholte sich ein weiterer Umstiegsvorgang, diesmal in die U 7, die die AWO-Gruppe durch den Bopsertunnel hinunter bis zum Hauptbahnhof speditierte.

Auf Gleis 7 des Kopfbahnhofs – kurzen Hinweise zum Projekt Stuttgart 21 durften natürlich nicht fehlen – wartete die Gäubahn auf ihre Fahrgäste und präsentierte ihnen einen erneuten Panoramablick über die Landeshauptstadt, jetzt aus anderer Perspektive. In wenigen Minuten wurde Böblingen erreicht, wo die Mittagspause anstand und die Teilnehmer sich für das Nachmittagsprogramm kräftigen konnten.

Dieses begann mit einer Fahrt der Schönbuchbahn nach Dettenhausen und zurück. Harald Kraus gab einige Informationen über deren Erfolgsgeschichte, die sich seit der Wiederinbetriebnahme im Jahr 1999 ergeben hat. Durch den anmutigen Schönbuch wurde flugs Holzgerlingen und Weil im Schönbuch passiert und in Dettenhausen die Rückfahrt nach Böblingen angetreten.

Nun wurde in die S-Bahn-Linie 1 umgestiegen und in einer Viertelstunde Herrenberg angesteuert. Dort musste die Gruppe erfahren, dass ein weiteres Erlebnis, nämlich die Fahrt mit der Ammertalbahn nach Tübingen wegen Bauarbeiten ausfallen musste. Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch, schließlich gab es einen Schienenersatzverkehr und im bereitstehenden Gelenkbus war für die große AWO-Gruppe genügend Platz.

Etwas Beeilung war in Tübingen angesagt, um den Zug nach Metzingen zu erreichen, wo zum wiederholten Male umgestiegen wurde – jetzt in die Ermstalbahn nach Bad Urach. Ein zweistündiger Aufenthalt in der historischen Altstadt diente der Entspannung und leiblichen Genüssen, bevor die letzten Etappen einer ungewöhnlichen Bahnreise anstanden. Zurück in Metzingen wurde am Gleis gegenüber die Regionalbahn nach Plochingen in Beschlag genommen, bevor dort der letzte Umstieg in die „heimelige“ Filstalbahn nach Eislingen erfolgte.

„Unglaublich, dass das so wie angekündigt funktioniert hat“, kommentierte Rolf Schlecht aus Geislingen an der Steige den originellen Ausflug und sein Programm. Da wunderte es nicht, dass Harald Kraus auf dem Eislinger Bahnsteig quasi stehende Ovationen einheimsen durfte und glaubhaft versicherte, dass dies nicht der letzte Ausflug dieser Art gewesen ist. „Es wird viel über die Region Stuttgart und ihre Verkehrsinfrastruktur geredet – wir haben sie kennen gelernt“, fügte Helga Piske aus Eislingen hinzu. Nächste Wiederholung mit neuen Höhepunkten: Pfingstmontag 2010.

 

 

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