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SPD: Kreis Göppingen aus Verkehrsschatten herausführen

Roter Treff der SPD Eislingen diskutierte Verkehrsprojekte der Zukunft

10.5.2010 - Harald Kraus

 

„Es war allerhöchste Eisenbahn!“ Mit diesen Worten begrüßte Kreisrat Arnulf Wein beim Roten Treff der Eislinger SPD das Zustandekommen eines Verkehrsverbundes für den Kreis Göppingen. Die Sozialdemokraten wollen umweltfreundliche Verkehrsträger mit aller Vehemenz nach vorne bringen und die Mobilität verbessern.

Arnulf Wein, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, zeigte sich zuversichtlich, dass mit der Gründung des Verkehrsverbundes zum 01. Januar 2011 der erste wichtige Schritt in Richtung Integration in den Stuttgarter Verkehrsverbund (VVS) gemacht wird und sich darauf weitere Entwicklungen aufbauen lassen.

„Der Kreis Göppingen ist bisher noch der einzige Landkreis in Baden-Württemberg, der keinem Verkehrsverbund angeschlossen ist“, erläuterte Wein die Situation und das Prinzip „Ein Netz – ein Fahrplan – ein Ticket“. Es sei jetzt an der Zeit, positiv und konstruktiv zu agieren, er setze dabei auf die Gestaltungskraft des Landrats und fortschrittlicher Verkehrspolitiker.

Die vor geraumer Zeit vorgelegte Machbarkeitsstudie zur S-Bahn-Verlängerung in den Kreis Göppingen habe gezeigt, dass die bisherigen großen Vorbehalte, insbesondere bezüglich vermeintlicher Unfinanzierbarkeit, widerlegt worden sind. Zukunftsweisend sei die von seiner Fraktion angestrebte Teilintegration in den VVS.

Der SPD-Kreisrat machte deutlich, dass insbesondere jüngere Familien ihre Standortentscheidung auch danach ausrichteten, ob die Verkehrsinfrastruktur attraktiv sei. Es müsse doch nachdenklich machen, wenn Göppingen als einzige Kreisstadt in der Region und darüber hinaus keinen S-Bahn-Anschluss habe. „Da muss man vernünftigerweise Geld in die Hand nehmen, zum Nulltarif bekommen wir dieses Leuchtturmprojekt nicht“, sagte Wein. Die wirtschaftlichen Synergieeffekte und mehr Umweltverträglichkeit seien besonders wichtige und wertvolle Nebeneffekte attraktiver und moderner Verkehrsanbindungen.

„Der Stauferkreis muss aus seinem Verkehrsschatten zeitnah herausgeführt werden. Wir müssen das wirtschaftlich gebotene und umweltverträgliche Verkehrsprojekt ‚Regionaler ÖNPV-Verbund und S-Bahn-Anschluss’ jetzt mit ehrgeizigen Zeitzielen auf zukunftsweisende Gleise stellen“, forderte der Sozialdemokrat. Nach seiner Einschätzung halten sich die Investitionen in einem vertretbaren Kostenrahmen. „Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist stimmig, der Mehrwert durch diese Verkehrsverbesserungen ist in den Nachbarkreisen anschaulich nachzuvollziehen“, fügte er hinzu.

Zunächst sind laut Arnulf Wein nun die neuen Bewertungen für eine Angebotskonzeption 2020 abzuwarten, die von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg in Auftrag gegeben worden seien. Er hoffe, dass es nicht bei der Gründung des Verkehrsverbundes für den Stauferkreis bleibt, sondern möglichst 2011/2012 die nächsten Schritte hin zu einer Teilintegration in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) getan werden können. Man müsse auch aufpassen, dass hier mögliche Zuschüsse nicht durch zögerliche Verhaltensweise verloren gingen.

Den Betriebskostenzuschuss für den Verkehrsverbund im Kreis schätzt der SPD-Kreisrat auf 2 bis 3 Euro pro Einwohner und Jahr. Die Verbesserungen wie z. B. eine Fahrkarte für Bus und Schiene, die Anerkennung des landesweiten BW-Tickets, eine Tageskarte für alle Verbundverkehrsmittel, die Harmonisierung der Altersgrenze von 12 auf 14, der Wegfall der 3 km-Grenze beim Schüler-Abo sowie die kostenlose Fahrradmitnahme und ein verbesserter Kundenservice sollten, so Wein, diesen Zuschuss aus dem Kreishaushalt wert sein.

 

 

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