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Offener Brief der Grünen an die Lehrerinnen und Lehrer der Dr.-Engel-Realschule

09.2.2014 - Die Grünen Eislingen Holger Haas

Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer der Dr.-Engel-Realschule,

bitte erlauben Sie uns, dass wir Ihren offenen Brief, der ja an die Eislinger Öffentlichkeit gerichtet war, in gleicher Weise beantworten. Ungeachtet dessen würden wir einen Dialog mit dem Lehrerkollegium und dem Elternbeirat sehr begrüßen und möchten Ihnen vorschlagen, dass wir Sie zum Gespräch in Ihrer Schule besuchen. Ihr Schreiben zeigt deutlich, dass es dringend Gesprächsbedarf gibt.

In der Tat geht es uns wie Ihnen. Auch wir sind überrascht, dass in den letzten Wochen so viel über die Realschule gesprochen wurde, obwohl in der zurück liegenden Entscheidungsfindung die Realschule nur am Rande ein Thema war. Offen gesagt finden wir, dass die Diskussion vor allem in der Realschule und im Umfeld der Real-schule selbst geführt wird, nicht zuletzt ausgelöst durch einen mehr als ausführlichen Wortbeitrag unseres Gemeinderatskollegen und Ihres Schulleiters Gerd Fischer, der ohne Not die Bedeutung der Realschule in den Mittelpunkt gestellt hat, als es im Ge-meinderat eigentlich um eine ganz andere Frage ging, nämlich darum, Werkrealschule in Eislingen als Gemeinschaftsschule nominiert wird.

Überrascht sind wir darüber hinaus von Ihrer Behauptung, dass die grüne Fraktion sich nicht hinter die Realschule stellt, sondern „andere Konzepte verfolgt“. Ja, diese be-währte und allgemein sehr geschätzte Schulart möglicherweise sogar in Frage stellt, wie Sie schreiben. Nicht nur, dass Sie an dieser Stelle unsere Möglichkeiten überschätzen, es stimmt auch nicht. Richtig ist allerdings, dass wir der Meinung sind, dass sich bei Rahmenbedingungen, die sich radikal verändern, sich auch die Realschule entwickeln und ihre bisherigen Konzepte teilweise überdenken muss, so wie dies auch andere tun (müssen). Wir lesen in Ihrem Brief zwischen den Zeilen, dass Sie hoffen, die Realschule könne sich ein Stück weit abkoppeln, vielleicht sogar abschotten und in bewährter Weise weiter machen wie bisher. Dies wird nicht funktionieren und dies wäre aus unserer Sicht auch nicht richtig. Was sich gestern und heute bewährt hat, kann morgen oder übermorgen schon falsch sein. Veränderungsprozesse muss man aktiv gestalten, bevor man in eine Situation schlittert, in der man keine Wahl mehr hat und nur noch reagieren kann, statt im Vorfeld zu agieren. Was, um Himmels Willen, ist denn so falsch an dem Vorschlag, dass wir an einem Runden Tisch der Schulen über Kooperationen zwischen Silcher- und Dr.-Engel-Realschule sprechen, so wie wir dies vorgeschlagen haben? Was ist denn falsch an dem Gedanken, dass bei einer Schü-lerschaft, bei der zunehmend auch schwächere Schüler dabei sein werden, neue pä-dagogische Konzepte angedacht und erprobt werden sollten?
Was uns Leid tun würde, wenn bei Ihnen der Eindruck entstanden sein sollte, dass Ihre Arbeit von uns nicht ausreichend geschätzt wird. Ich kann Ihnen versichern, dass wir Ihre Arbeit als Pädagogen – und die Ihrer Kolleginnen und Kollegen in allen Schul-formen – wertschätzen. Wir wissen, was in den Schulen geleistet wird und wir werden uns auch nicht daran beteiligen, die eine oder andere Schulform gegeneinander aus-zuspielen.

Nicht wir als grüne Fraktion oder die Landesregierung entscheiden, dass die Zahl der Kinder in den nächsten Jahren weiter zurück gehen wird und zunehmend auch schwä-chere Schülerinnen und Schüler an Ihre Schule kommen werden, die möglicherweise anders betreut werden müssen. Dies wird so passieren, ob wir und Sie das wollen oder nicht. Deshalb müssen wir heute gemeinsam darüber nachdenken, wie man auf diese Entwicklungen reagiert. Alles andere wäre nicht im Interesse der Kinder, um die es letztlich geht.

„Zu suggerieren, die Realschule kann bleiben wie sie ist, wäre nicht ehrlich“, schreibt Kultusminister Andreas Stoch in der SWP am 28. Januar. CDU und Freie Wähler, die Sie ja selbst in Ihrem offenen Brief als „Unterstützer“ ansprechen, mögen Ihnen sugge-rieren, dass alles so bleiben kann wie es ist, wir wollen, auch wenn es unangenehm ist und dies uns möglicherweise bei den Wahlen sogar schaden kann, aufrichtig bleiben: auch die Realschule wird sich ändern müssen.

Holger Haas, Ulrike Haas, Lothar Weccard (Fraktion der Grünen im Eislinger Gemein-derat)



Hier gibt es weitere Informationen zu diesem Artikel:

http://www.gruene-eislingen.de

 

 

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