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Eislingerinnen in den Gemeinderat

Die Kandidatinnen stellten sich vor – viel Publikum, aber keine NWZ

08.5.2014 - Peter Ritz

'Nur Kandidatinnen'

Anscheinend war die Veranstaltung der Eislinger Frauen Aktion (efa) eine heikle Angelegenheit, denn die Neue Württembergische Zeitung (NWZ) meinte: „wir werden leider nicht kommen, da sich nur Kandidatinnen präsentieren können“. Tatsächlich waren dann auch nur Kandidatinnen auf dem Podium, zunächst sortiert nach den Fraktionen, für die sie antreten: SPD 9, FWV 4, Grüne 5 und CDU 4. Das entspricht nicht dem jetzigen Zustand im Gemeinderat. Dort sind bei der CDU 1 Frau (von 7), bei den Grünen 1 Frau (von 3), bei der FWV 2 Frauen (von 7) und bei der SPD 3 Frauen (von 5) in den Fraktionen.
Damit dies im neuen Gemeinderat anders wird, hatte efa eingeladen und tatsächlich war der Jurasaal gut besucht, auch einige Männer waren zu sehen und kamen sogar zu Wort.

Bücher, Blumensträuße und Gemüse zur Entspannung – Frauen äußern sich

Dem gegenseitigen Kennenlernen diente die Vorstellungsrunde an drei Tischen, einem Tisch mit Gemüse und Obst, einem Tisch mit Blumensträußen, und einem Tisch mit Büchern. Nach der Begrüßung durch Monika Jirouschek, der efa-Vorsitzenden, wurden die Kandidatinnen von der Moderatorin des Abends Barbara Janz-Spaeth aufgefordert, sich zu dem Tisch zu stellen, den sie nach einem arbeitsreichen Tag zum Beispiel im Gemeinderat gerne aufsuchen möchten. Alle Kandidatinnen hatten dann Gelegenheit sich zu ihrer Auswahl zu äußern, von der Entspannung auf Blumenwiesen in Krummwälden, Kindheitserinnerungen an Margaritensträußen, Tomatensalat mit Zwiebeln, Laufen und anschließend auf dem Sofa ein Buch lesen war parteiübergreifend Entspannung angesagt.

Ist Eislingen „klasse“?

Nicht ganz so entspannt aber doch sehr friedlich ging es dann an die politischen Themen. Die Moderatorin hatte sich die Eislinger Internetseiten angeschaut und den Eindruck gewonnen „Eislingen ist klasse“ und wollte von den Kandidatinnen wissen, ob sie dies auch so sähen.
Tatsächlich waren die meisten Frauen von Eislingen und seinen Angeboten angetan, insbesondere von der Möglichkeit, Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten einfach und direkt zu erreichen, die Stadtbücherei im Schloss, das kulturelle Leben, die Musikschule, die Cafés, die Gastronomie wurden als positiv wahrgenommen.
Nicht so ganz zufrieden mit der Kinderbetreuung war eine Kandidatin, man müsse sich viel zu lange vorher für einen Krippenplatz bewerben und könne dann eben nicht wieder in seinen Beruf einsteigen. Auch die Tatsache, dass Kleinkinder von Nord nach Süd transportiert werden müssen, weil es da mehr Betreuungsplätze gibt. Auch die Öffnungszeiten des Rathauses wurden vom Publikum moniert, am Montagnachmittag könne man seine Wahlunterlagen nicht abholen.

Trotz Zufriedenheit viele Verbesserungsvorschläge

Trotz der Zufriedenheit im Allgemeinen wurden sehr viele Verbesserungsvorschläge gemacht. Von der Aufwertung des Schlossplatzes (Ruhemöglichkeiten oder Mehrgenerationenspielplatz) über ein attraktiveres Hallenbad („langweilig für Kinder“), Förderklassen für Kinder aus Migrantenfamilien, Kurse für Migrantenmütter, die Stärkung kleiner Läden, für sichereren Radverkehr durch Tempo 30 in der Innenstadt wurde heftig diskutiert, wobei auch altgediente Stadträte im Publikum und Stadträtinnen auf dem Podium sich einmischten. Man müsse bei allen Vorschlägen auch an die Praxis denken, aber auch an die nachhaltige Entwicklung, den sinnvollen Einsatz der Geldmittel, so die RednerInnen.
Leider wurde am Schluss der Veranstaltung eine Anregung von Ingrid Held nicht mehr diskutiert, sich doch mit dem Thema Schule in Eislingen zu befassen, es sei schon besorgniserregend, dass aus Eislingen-Süd kein Schüler sich bei der Gemeinschaftsschule in Nord angemeldet habe. Im Schulbereich sei dringender Diskussionsbedarf, auch wie es mit den Schulen in Eislingen weitergehen soll, zum Wohl aller Kinder in Eislingen.

Frauen können das auch

Zum Abschluss gab die Rednerin den Frauen mit auf den Weg, sich nicht immer einreden zu lassen, dass Frauen besser sein müssen wie die Männer. „Wir können das genauso wie die Männer, und wir dürfen auch mal Fehler machen, wie die Männer, und brauchen uns nicht zu verstecken!“
Darüber und über viele weitere Themen zu sprechen war dann bei Häppchen und Getränken wie schon vor Beginn der Veranstaltung Gelegenheit.

 

 

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Eislingen

Alle Kandidatinnen vor der Stadthalle


Eislingen

Monika Jirouschek efa begrüßt

Eislingen

Die SPD Kandidatinnen

Eislingen

von links die FWV, die Grünen, die CDU Kandidatinnen

Eislingen

Einführungsrunde

Eislingen

Die Moderatorin Barbara Janz-Spätz

Eislingen

Das Publikum

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