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Geschichtspfad Süd erstmals begangen
Großes Interesse an Eislinger Geschichte
09.7.2017 - Redaktion pr
Der Wettergott hatte sein Einsehen, nach starken Regengüssen ließ er die Gruppe der Geschichtsinteressierten die ganzen eineinhalb Stunden im Trockenen den Geschichtspfad Süd abwandern.
Treffpunkt war der Friedhof Süd mit den Quadern , die an die Zwangsarbeiterinnen erinnern. Altstadtrat Frieder Schöller, der sich selbst immer wieder intensiv mit Eislingens Geschichte befasst hat, konnte als Zeitzeuge davon berichten, wie in Großeislingen russische Kriegsgefangene im Straßenbild gegenwärtig waren, auch mit selbstgeschnitzten 'Biberle', die an einer Schnur mit dem Kopf nickten. Sowohl in Großeislingen (Nord) wie in Kleineislingen (Süd)waren Lager für ZwangsarbeiterInnen eingerichtet, für Franzosen in Süd und für russische Kriegsgefangene in Nord.
Die Römer zogen durch Eislingen durch
Die nächste Stele an der Silcherschule steht an der alten Römerstraße, heute Poststraße, die immer wieder bei Bauarbeiten zum Vorschein kam und noch lange nach der Römerzeit als Verbindung im Filstal genutzt wurde. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von der Luftbildarchäologie im Osten von Eislingen knapp an der Salacher Ortsgrenze ein Holz-Erde-Kastell entdeckt.
Mühlkanäle und Eislinger Industrie
Westlich der Stadthalle an der Mühlbachstraße die Erinnerung an die Industrialisierung , die frühe Textilindustrie, zunächst angewiesen auf die Mühlkanäle, die die Fils südlich und nördlich begleiteten.
'Nichts wie weg!' - Die Eisenbahn bringt 1847 Dynamik in die Entwicklung
Der Anschluss Eislingens an die Eisenbahn brachte die Chance für den günstigen und raschen Gütertransport, Rohstoffe wie Kohle konnten jetzt eingesetzt werden und auch für die Menschen war die Bahn sehr wichtig, man konnte wegfahren, aber auch ankommen. Firmen sahen in der Nähe zur Bahn einen gewaltigen Vorteil, so die Holzwerke Koch oder die Firma Zeller&Gmelin mit direktem Gleiszugang. Heute hat sich der Transport auf die Straße verlagert.
Die Brücke der Gemeinsamkeit - Nord und Süd verbinden
Das alte Thema Nord und/oder Süd war ein Thema, das die Teilnehmer gut verstanden: Die Fils trennte schon in alemannischen Zeiten die Orte, denn die Fils war so etwas wie eine Staatsgrenze, was dann auch weitere Folgen nach sich zog: Großeislingen gehörte zum Erzbistum Würzburg und war größtenteils katholisch mit großen Bauernhöfen, Kleineislingen war württembergisch und protestantisch, mit kleinen Bauernhöfen und ärmlicher Bevölkerung. Schon das Filstalpanorama von 1535 zeigte eine Brücke zwischen den Orten, 1950 wurde dann eine neue Brücke eingeweiht, auf dem Foto Bürgermeister Maier und Beigeordneter Nürk.
Buksch Manisch? - Sprichst du die Sprache der Jugendlichen nach dem Krieg?
Stele Nr 9 erinnert an die Sprache der Jugendlichen nach dem Zweiten Weltkrieg, die wohl von den jährlich auf den Sportplätzen lagernden Kesselflickern stammte. Klar ist das jedoch nicht.
Kleineislingen auf dem Wasen
Der Wasen, ein ursprüngliches Feuchtgebiet, war die Heimat der kleinen Leute in Kleineislingen, die sich mit handwerklichen Tätigkeiten aller Art am Leben hielten. Heute ist das Gebiet noch größtenteils mit den kleinen Häuschen erhalten.
Die Schlarbagass - die Weberstraße
Heimat der Hausweber ist die Weberstraße. Neben einer kleinen Landwirtschaft lebten die Leute dort von der Hauaweberei. Der Versuch einer Webergenossenschaft noch in den 60er Jahren des 19.Jahrhunderts scheiterte. Die Hausweber waren sich die ersten Industriearbeiter in der rasch expandierenden Wirtschaft im Filstal.
Die Lutherkirche umbaut von vielerlei Häusern
Abschluss der Runde an der Lutherkirche, die vor dem Bau der Überführungsbrücke dicht umgeben war von Häusern. 'In anderen Städten hat der Zweite Weltkrieg Schneisen in die Städte geschlagen, in Eislingen war es die B 10, die sowohl in Nord als in Süd eine große Schneise in die Stadt geschlagen hat, die wir jetzt langsam wieder schließen', beendete Stadt Peter Ritz die erste Führung auf dem Geschichtspfad.
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 Die Führung auf dem Geschichtspfad geht zu Ende
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