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Gunter Demnig verlegt einen Stolperstein für Arthur Schrag in der Jahnstraße 5
Samstag 30.3.2019 12:30 Uhr und 18:30 Uhr Vortrag im Rathaus
24.3.2019 - Redaktion pr
Er war jung, er war schwul, und er durfte nicht selbstbestimmt leben: Arthur Schrag aus Eislingen, dessen Leben im Konzentrationslager endete. An ihn soll jetzt in seiner Heimatstadt ein Stolperstein erinnern, der fünfte Stolperstein in Eislingen. Zum ersten Mal wird im Landkreis Göppingen damit ein Stolperstein für einen Homosexuellen gelegt.
Die Göppinger Stolperstein-Initiative stieß bei ihren Recherchen auch auf den am 13. Februar 1907 in Eislingen geborenen Arthur Schrag, der am 8. Mai 1942 im KZ Flossenbürg zu Tode kam. Seine Weise zu lieben war nach § 175 StGB ein Verbrechen und führte den schwulen jungen Handelsvertreter über das Gefängnis ins Konzentrationslager und zu einem frühen Tod.
Die Stolperstein-Verlegung wird von einem Veranstaltungs-Programm begleitet, das dazu einlädt, den Blick auf die Vergangenheit zu richten und gleichzeitig die Gegenwart zu betrachten.
Bei der Planung wurde auch berücksichtigt, daß 2019 weltweit an die Junitage 1969 erinnert wird, in denen sich vor fünfzig Jahren die Gäste der New Yorker Bar Stonewall Inn in der Christopher Street gegen dauernde Polizeirazzien zu wehren begannen, eine Initialzündung für die Gay Liberation. Es ist ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen, aber dieser Zufall paßt: Arthur Schrag, einer der vielen der Liebe wegen Verfolgten, gehörte ja zu denen, für dessen Rechte gekämpft werden mußte und gekämpft werden muß. In vielen Teilen der Welt sind Selbstbestimmung und Freiheit für die Menschen eingeschränkt, und es gilt, für sie einzustehen.
Zum Programm:
Die Verlegung des Steines in der Eislinger Jahnstraße 5 (Stadtmitte) durch Gunter Demnig findet am Samstag, 30. März 2019 um 12 Uhr 30 statt. Am Abend desselben Tages wird Gunter Demnig auf Einladung der Stadt Eislingen über seinen künstlerischen Werdegang und das europaweite Stolperstein-Projekt sprechen: Samstag, 30. März 2019, 18 Uhr 30 Uhr im Foyer des Neuen Rathauses, Schlossplatz.
Die VHS Eislingen lädt zu einem Vortrag ein, der die Thematik der Homosexuellen-Verfolgung in Deutschland nach § 175 StGB vertieft: Am Donnerstag, 4. April 2019 spricht die Stuttgarter Historikerin Claudia Weinschenk unter dem Titel „Liebe läßt sich nicht verbieten“ über die lange Geschichte der Verfolgung homosexueller Männer in Deutschland nach § 175 und die Ächtung lesbischer Frauen. Es bedurfte engagierter Kämpfe, um das zu ändern. Die Referentin wird die Bedingungen dieser Verfolgung darstellen und auch einen Blick auf die Befreiungsbewegung homo-, bi-, trans- und intersexueller Menschen werfen. Stadthalle Eislingen, Kronenplatz um 19 Uhr 30.
Auch zwei Filme, die vom Open End Kino Göppingen gezeigt werden, greifen das Thema auf: Mit „Milk“ , einer Filmbiographie von Gus van Sant aus dem Jahr 2008 über den ersten offen schwulen US-Politiker Harvey Milk, dessen Leben und Ermordung in San Francisco 1978 für viele ein Vermächtnis geworden sind, soll eine wichtige Phase in der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung und der Gay Liberation gezeigt werden. Sean Penn glänzt in der Rolle des Harvey Milk. Samstag, 6. April 2019 um 20 Uhr im Göppinger VHS-Haus, Mörikestraße 16.
Doch auch unsere Gegenwart soll nicht verleugnet werden, in der in zahlreichen Staaten der Welt sexuelle Minderheiten weiterhin (oder gar verstärkt) verfolgt werden, bis hin zur Todesstrafe. In dem Film “Rafiki” aus dem Jahr 2018 erzählt die Regisseurin Wanuri Kahiu
über die zarte Liebe zweier junger Frauen in Kenia und läßt das Publikum sehen, wie schwierig die Situation in vielen Ländern des heutigen Afrika ist. Open end zeigt diesen Film am Donnerstag, 11. April 2019 um 20 Uhr im Göppinger Club Bambule, Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ulrichstraße 29.
Ausgewählte Websites mit weiteren Informationen zur Thematik:
http://www.stolpersteine.eu/start/ (Über das Stolperstein-Projekt)
http://www.stolpersteine-gp.de/ (Göppinger Stolperstein-Initiative)
www.der-liebe-wegen.org (Zur Verfolgung Homosexueller im deutschen Südwesten)
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 Die Effektenkarte von Arthur Schrag.
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