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Januskopf - Sebastian Schrader beim Kunstverein Eislingen
27.6.2019 - PM Kunstverein
Sebastian Schraders Werke (Malerei, Öl auf Leinwand) haben ihren festen Platz zwischen den Dingen. Solche Zwischenstellung charakterisiert sein Werk, von den Themen her, in der Arbeitsweise. In solchem in between gibt es Figuren zwischen Davor und Danach und Malerei zwischen gegenständlich und abstrakt, einen dauernden Dialog zwischen Leben und Kunst. Es sind Übergangszustände, künstlerisch erfasst, um in menschliche Stillstände und mögliche Wandlungszustände hineinzuleuchten.
Mit der Bevorzugung von Schwellensituationen bekennt sich Schrader zu einem umfassend empfundenen Kulturpessimismus, der sich die großen Fragen vornimmt: Was ist das Glück? Wie kommt der Sinn ins Leben? Welchen Wert hat Freiheit in neoliberalen Verwertungssystemen?
Schrader erschafft dafür künstlerische Transformationen und überträgt den unbestimmten Aggregatzustand der Figuren auf Dinge und Formen: Pappkisten, Wimpel, Luftballons und Konfetti setzen sich fort oder gründen sich aus Rechtecken, Dreiecken, Kreisen und Punkten. Reine Form und konkreter Gegenstand sind dabei ebenso in between und vollkommen gleichberechtigt. Repräsentativ dafür sind vor allem Binnenformen, geometrische Elemente zwischen figurativen Fragmenten, Bildstellen, die im Ungewissen bleiben zwischen inhaltlicher Zuschreibung und reiner Farbfläche. Da die Malerei die Figuration durchdringt, hält sie diese Balance aufrecht; man sieht den Faltenwurf einer Jacke und gleichzeitig die Addition einzelner Farbflächen.
Der graubraune, fruchtbare Farb-Humus, aus dem alles wachsen und in den alles wieder eingehen kann, hält schließlich auch das temporäre in between in den engen, unbestimmten Räumen aufrecht und erzeugt ein abgründiges Halbdunkel. So bleibt unklar, ob sich die Dämmerung zum Licht oder zur Dunkelheit hinneigt.
Die Ausstellung entstand mit freundlicher Unterstützung der Galerie R E I T ER Leipzig und Berlin.
Sebastian Schrader wurde 1978 in Berlin geboren, wo er 2006 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ein Diplom für Malerei erwarb. Er war Meisterschüler bei Prof. Werner Liebmann, lebt und arbeitet in Berlin.
Die Vernissage findet am Freitag, 28. Juni 2019 um 20 Uhr statt, wie immer in der Galerie in der Alten Post Eislingen, Bahnhofstraße 12. Zur Einführung spricht Adrienne Braun, Kunstkritikerin, Korrespondentin des art-Kunstmagazins und Kolumnistin der Stuttgarter Zeitung. Der Künstler ist anwesend.
Die Ausstellung dauert vom 29. Juni bis zum bis 28. Juli 2019.
Öffnungszeiten wie immer Dienstag bis Samstag von 16 bis 18 Uhr, Sonntag und Feiertag 14 bis 18 Uhr. Montags ist die Galerie geschlossen. Der Eintritt ist frei.
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Kunstverein Eislingen -
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