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Warum lohnt sich ein Blick auf die Natur direkt vor unserer Haustür?
Pflanzen und Tiere in der Stadt und drumherum.
13.7.2026 - Kolpingsfamilie Eislingen Hans Busch (Sprecher Leitungsteam)
Einem recht interessanten, lehrreichen Abend erlebte vor kurzem die Kolpingsfamilie Eislingen.
Holger Haas, NABU-Ansprechpartner Eislingen – Mittleres Filstal, nahm die Besucher mit auf
einem virtuellen „Streifzug durch Eislingen – Pflanzen und Tiere in der Stadt und drumherum.“
„Eislingen ist mehr als Industrie und Wohngebiet“, sagte Holger Haas. Von 1641 ha Markungsfläche sind 47% Landwirtschaft, 18,8 % Wald, 22,2 % Gebäude, 8,6 % Verkehrsflächen, 0,9 % Gewässer. „Viel Landwirtschaft und Wald, aber trotzdem spiegelt sich hier die dichte Bebauung, Verkehrsachsen, Industrie, etc. und rel. wenig Grün in der Stadt wider.“
H. Haas zeigte eindrucksvolle Bilder von Amphibien und Reptilien am und im Wasser und erläuterte den Lebensraum Wald: Eislingen habe einen hohen Anteil an Laubmischwald mit Buchen und Eichen. Am 26.12.1999 hat Sturm Lothar große Nadelwaldflächen zerstört, doch zum Teil durfte sich der Wald selbst regenerieren. Die Herausforderung heute ist der Klimawandel und sind die Krankheitserreger.
Lebensraum Streuobst, Wiesen und Äcker (fast 50 % der Eislinger Gemarkung). Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften Europas. Für über 5000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten bietet eine gut gepflegte Streuobstwiese den Lebensraum. Streuobstwiesen liefern Obst, Honig, Erholung, gutes Klima. Holger Haas zeigte auch Bilder typischer Vögel in unseren Streuobstwiesen.
„Je vielfältiger die Agrarlandschaft, desto artenreicher“, so der Referent. Doch intensive Landwirtschaft, Pestizide, Flächenverbrauch, Verkehr und der Klimawandel bedrohen die Artenvielfalt. Das Insektensterben schreitet voran. Es verschwinden Arten.
Was wird getan? Es gibt zahlreiche Instrumente (EU, Bund, Land, Kommune), Biotopverbund, Blühflächen, Renaturierung, Pflege der Streuobstwiesen. Es gibt die Aktivitäten in Eislingen z.B. das städtische Programm Biodiversität und private Initiativen und Engagement von NABU und BUND (z.B. Täle) und andere.
Was kann jede und jeder selbst tun? Den Belangen der Natur generell einen höheren Stellenwert einräumen. Das kann z.B. sein: Im naturnahen Garten (heimische) Stauden pflanzen, Insekten fördern, regionale Obstsorten kaufen, Nistkästen aufhängen, eher Bioprodukte kaufen.
Holger Haas ist es gelungen, den Besuchern eine größere Sensibilität gegenüber dem Naturschutz zu vermitteln, diesen noch stärker im Bewusstsein zu verankern. Dies wurde unterstrichen durch Worte aus der Kolpingsfamilie: Es stelle sich die Frage: Wie gehen die Menschen mit der Welt um, die ihnen anvertraut wurde? Für Christinnen und Christen ist sie mehr als bloße Natur, sie ist Gottes Schöpfung, Geschenk und Auftrag zugleich. Wenn wir von Schöpfung sprechen, geht es um das Verhältnis zwischen Gott, Mensch und Welt. Die Schöpfung zu bewahren heißt, Verantwortung vor Gott und den Menschen zu übernehmen.
Deutlicher Applaus dankte Holger Haas für seinen eindrucksvollen Vortrag.
Hier gibt es weitere Informationen zu diesem Artikel:
http://www.kolping-eislingen.de
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