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Bewegende Schicksale über Flucht, Vertreibung und Ankommen
30.11.2018 - PSE (Pressestelle Stadt Eislingen/Fils)
In der Vortragsreihe „Meine Wurzeln“ erzählten Käthe Fux und Waqar Masood, was sie in ihrem jeweiligen Heimatland erlebt haben. Im Mittelpunkt ihrer Berichte stand vor allem, wie sie vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten und wie sie die Herausforderungen bewältigten, um sich hier eine neue Heimat und Existenz aufzubauen. Die Besucher wurden mit kleinen traditionellen Köstlichkeiten aus den beiden unterschiedlichen Heimatorten verwöhnt, die auch für beide Hauptpersonen eine Erinnerung an die vergangen Tage war.
„Alles war anders als heute“, mit diesen Worten eröffnete Seniorenberaterin Heide Daiss die dritte Veranstaltung unter dem Motto „Meine Wurzeln“, die sie zusammen mit Christina Szalontay (Fachbereich Soziales / Stadt Eislingen) moderierte. Im ersten Teil erzählte Käthe Fux über ihre Erlebnisse rund um den zweiten Weltkrieg. Die 96-jährige Seniorin stammt ursprünglich aus Schlesien und wuchs dort in bescheidenen aber doch behüteten Verhältnissen auf. Am 10. Februar 1945 floh die damals 23- jährige
zusammen mit ihren Eltern vor der roten Armee nach Dresden zu ihrer Tante. Dort angekommen erlebte sie die Grauen des Krieges hautnah mit. Etliche Male mussten sie vor den Luftangriffen in einen Bunker flüchten. Zum Glück war das Haus der Verwandten stabil gebaut. „Bei etlichen Schutzsuchenden stürzte das Haus über deren Köpfen ein. Das war wirklich schrecklich“, berichtete die Zeitzeugin bewegt. Nach dem Krieg wollte die Familie wieder zurück in ihren Heimatort Sagan, im damaligen Schlesien. Allerdings mussten sie mitten auf dem Rückweg feststellen, dass die Russen bereits das ganze Gebiet eingenommen hatten. Von heute auf morgen war die Familie obdachlos. Weder ein Zurück in ihre Heimat nach Sagan noch ein Zurück nach Dresden war möglich, denn dort herrschte mittlerweile ein Zuzugsverbot. Ab und an konnten sie in einem Heuschober übernachten, aber am nächsten Morgen jagten sie die Dorfbewohner wieder fort. Dadurch, dass die Familie auf der Flucht war, bekamen sie auch keine Lebensmittelkarten. Nur zwischendurch schenkten ihnen ein paar wenige Bauern Kartoffeln, die als Futter für deren Tiere gedacht war. Wochenlang hatte sich Käthe Fux morgens, mittags und abends ausschließlich von Kartoffeln ernährt. „Selbst noch Jahrzehnte später konnte ich keine mehr essen“, erzählte Käthe Fux. Die rüstige Seniorin hat ihren bewegenden Lebensweg in einem Buch festgehalten, aus dem Seniorenberaterin Heide Daiss an diesem Abend erschütternde, aber auch lebensbejahende Passagen vorlas.
Im zweiten Teil des Abends erzählte Waqar Masood aus Pakistan über seine Erlebnisse. Er und seine Familie flohen 2015 nach Deutschland. Aufgrund seiner religiösen Zugehörigkeit war ein sicheres Leben in Pakistan nicht mehr möglich. „Mehrmals wurden auf uns und unser Geschäft Anschläge verübt“,
beschreibt Masood seine Situation in Pakistan. „Mein Cousin kam bei einem dieser Anschläge ums Leben und unser Geschäft wurde durch einen Bombenanschlag vollständig zerstört.“ Masood flüchtete daraufhin zusammen mit seinem Bruder, seiner Schwägerin sowie ihren Kindern nach Deutschland, in der Hoffnung, sich hier in Sicherheit eine neue Existenz aufbauen zu können. Nach seinem Ankommen in Deutschland konnte Waqar Masood, wie viele andere Flüchtlinge auch, erst später einen Deutschkurs besuchen. Zuerst musste er abwarten, bis über seinen Asylantrag entschieden wurde. „Mir war von Anfang an bewusst, dass ich Deutsch lernen muss, wenn ich mich hier integrieren möchte“, sagte er überzeugt. Aus diesem Grund hatte er sich damals entschlossen, seinen Deutschkurs selbst zu bezahlen. Nach seiner Anerkennung konnte er einen Integrationskurs besuchen und das Erlernte vertiefen. Masood hat in Pakistan ein Bachelorstudium in Mathematik und Physik und später den Master in Finanzwesen absolviert. Sein Studium wird ihm in Deutschland aber nur als Bachelorstudiengang anerkannt. Sein großer Wunsch ist, hier noch seinen Master zu machen. Davor will er aber seine Deutschkenntnisse weiter verbessern. Seit wenigen Monaten wohnt der 28- jährige nun in Eislingen und versucht sich eine neue Heimat aufzubauen. Das ist nicht immer leicht, denn die Bürokratie ist für ihn eine große Herausforderung. Nach einem Praktikum im Altersheim absolviert er aktuell ein Praktikum beim lokalen Radiosender „Radio Fips“. Für Masood sind drei Punkte besonders wichtig, wenn man sich in Deutschland integrieren will, die er auch anderen Flüchtlingen mit auf den Weg gebe möchte: „Zuerst ist es wichtig, die Sprache zu erlernen, dann eine Arbeit zu suchen, um am Schluss der Gesellschaft wieder etwas zurückzugeben“, zählte er überzeugt auf.
TERMINVORSCAHU:
Die Vortragsreihe wird 2019 fortgeführt. Die genauen Termine können der örtlichen Presse entnommen oder auf der Homepage der Stadtverwaltung Eislingen (www.eislingen.de / Veranstaltungen) nachgelesen werden.
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